15.07.26 – Branchenbericht des IFH Köln
GPK-Markt stabilisiert sich 2025
Der Markt für Glas, Keramik und Porzellan (GPK) zeigt sich 2025 nach zwei Jahren rückläufiger Umsätze stabil. Das geht aus dem aktuellen „Branchenbericht GPK/Hausrat“ von IFH Köln und BBE Handelsberatung hervor.
Mit einem Volumen von 7,1 Mrd. Euro verharrt der GPK-Markt auf dem Niveau des Vorjahres – ohne weiteres Minus, jedoch auch ohne Wachstum. Gleichzeitig ist das Preisniveau in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Treiber waren dabei nicht nur die erhöhte Nachfrage während der Pandemie, sondern insbesondere externe Faktoren: Die Energiekrise verteuerte die Herstellung energieintensiver Produkte wie Glas und Keramik spürbar. Zudem führten Nachholeffekte im B2B-Geschäft – etwa infolge der Wiedereröffnung von Hotellerie und Gastronomie – zu zusätzlicher Nachfrage. Zu diesen Ergebnissen kommt der aktuelle „Branchenbericht GPK/Hausrat“ von IFH Köln und BBE Handelsberatung.
Keine Entwarnung
„Die aktuelle Stabilisierung darf nicht als Entwarnung missverstanden werden. Der Markt bleibt strukturell unter Druck – Konsumzurückhaltung, veränderte Nutzungsgewohnheiten und steigende Kosten erfordern weiterhin klare strategische Antworten seitens Handel und Industrie. Wer jetzt nicht für Differenzierung sorgt, wird es im anziehenden Wettbewerb schwer haben“, erläutert Dr. Johannes Berentzen, Geschäftsführender Gesellschafter der BBE Handelsberatung.
Die Entwicklungen der einzelnen Warengruppen
Ein Blick auf die Warengruppen offenbart unterschiedliche Entwicklungen: Cucina (Schneidwaren, Koch-, Brat- und Backgeschirr, sonstige Haushaltsartikel wie Waagen und Messbecher) behauptet sich weiterhin als umsatzstärkster Bereich mit einem Anteil von 45 %, während im Jahr 2025 ausschließlich die Warengruppe Domus (Zierporzellan/Keramik, Tonwaren, Ziergegenstäne/Geschenkartikel) Zuwächse von 1,8 % verzeichnet. Besonders unter Druck steht hingegen Tavola, die klassische Tischkultur rund um Glas, Geschirr, Besteck und Servierprodukte. Der Bereich verliert weiter an Bedeutung und sinkt um 0,5 % auf ein Marktvolumen von rund 1,6 Mrd. Euro.
„Produkte des GPK-Marktes unterliegen nicht nur Trends, sondern auch einem generationellen Wandel. Während früher ein vollständiges Geschirr zur Grundausstattung und Ausdruck eines gewissen sozialen Status gehörte, stehen heute Funktionalität, Platzersparnis und Preis im Vordergrund. Die Bedürfnisse jüngerer Generationen sind hier grundverschieden“, so Christoph Lamsfuß, Senior Projektmanager am IFH Köln.
Prognose: Moderates Wachstum bis 2030
Trotz anhaltender Konsumzurückhaltung gehen die Marktexperten davon aus, dass der GPK-Markt ab 2026 wieder moderat wächst. Bis 2030 könnte das Marktvolumen in der mittleren Prognosevariante – bei Fortschreibung der aktuellen Trendentwicklungen – auf rund 7,5 Mrd. Euro steigen. Hoffnungsträger bleibe insbesondere die Gastronomie: Die beschlossene Mehrwertsteuersenkung schaffe Freiräume für Investitionen in Ausstattung und Einrichtung.




