15.07.26 – Sorge um Sommermessen
EVL warnt vor Lücke bei Trendplattformen
Veranstaltungen wurden gestrichen, zusammengelegt oder haben an Bedeutung verloren: Der Europäische Verband Lifestyle (EVL) sieht nur noch wenige relevante Sommermessen und ruft Industrie, Handel und Veranstalter zum Handeln auf.
Der Europäische Verband Lifestyle blickt mit Optimismus, aber auch mit Sorge auf die Entwicklung der europäischen Messelandschaft. Immer mehr Sommermessen in der Konsumgüterbranche verschwänden, würden zusammengelegt oder verlören an Relevanz, so der EVL. Früher hätten Hersteller auf zahlreichen Veranstaltungen Neuheiten für das Weihnachts- und das folgende Frühjahrsgeschäft vorstellen können. Heute seien die Plattformen deutlich ausgedünnt: Die Konsumgütermesse Tendence sei Geschichte, die Homi in Mailand finde nur noch im Januar statt, der Versuch, mit der Creativ Salzburg eine neue Designplattform zu etablieren, sei vorerst gescheitert. Die Birmingham Autumn Fair habe man mit der Glee zusammengelegt, die Bologna Be Trend nach zwei Ausgaben eingestellt. Weitere Veranstaltungen kämpften mit sinkenden Ausstellerzahlen oder geringerer Marktbedeutung.
Weniger Orderflächen, weniger Trendimpulse
Damit, so der Verband weiter, schrumpfe die Zahl relevanter Order- und Trendplattformen im Sommer auf wenige Formate wie Trends Up West, TrendSet, Nordstil, Trendz/ShowUP, Cadeaux und einzelne weitere Messen, wie die Maison&Objet. Für den EVL betrifft das die gesamte Branche, denn Messen seien Orte der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration. Zugleich nehmen die Mitgliedsunternehmen mit Optimismus wahr, dass die anwesenden Händler stärker ordern und die Plattformen intensiver nutzen als früher.
„Der Handel braucht Trends, um die Endverbraucher immer wieder zu überraschen. Gerade in unseren Produktsegmenten ist das überlebenswichtig“, sagt EVL-Geschäftsführerin Heike Tscherwinka. „Wenn die Bedeutung der Sommermessen weiter sinkt, verlieren wir Plattformen, auf denen genau diese Impulse entstehen.“
Neue Formate für Innovationen gefragt
Der Verband sieht daher die gesamte Branche in der Verantwortung. Wenn klassische Messeformate unter Druck geraten, brauche es neue Wege, um Innovationen sichtbar zu machen und Hersteller, Handel sowie Medien zusammenzubringen – etwa Crossover-Formate mit angrenzenden Branchen, Press Days, konzertierte Showroom-Konzepte oder Pop-up-Formate.
„Es geht nicht darum, an einzelnen Veranstaltungen festzuhalten oder sie gegeneinander auszuspielen“, so Lars Adler, EVL-Vorstandssprecher und Geschäftsführer von Hoff-Interieur. „Generell brauchen wir Orte, an denen Innovationen sichtbar werden und unsere Branche miteinander ins Gespräch kommt. Denn nur wenn neue Ideen den Handel erreichen, können sie am Ende auch die Verbraucher begeistern. Dabei liegt es auch an den Händlern, die verbliebenen Messeplattformen aktiv zu nutzen – als Chance, das eigene Geschäft mit neuen Ideen, Produkten und Impulsen erfolgreich weiterzuentwickeln.“
Der EVL versteht seinen Appell als Einladung an Messeveranstalter, Hersteller, Verbände und Handel, gemeinsam über die Zukunft von Innovationsplattformen nachzudenken. Als unabhängiger Branchenverband mit mehr als 160 Unternehmen aus den Bereichen Schenken, Wohnen und Kochen will er diesen Dialog aktiv begleiten.



