16.07.26 – Steigende Kosten, sinkende Gewinne
HDE-Umfrage: Handel unter Druck
Energie, Personal und Ware werden teurer, die Umsätze treten auf der Stelle: 69 % der vom HDE befragten Händler melden Gewinnrückgänge – und fordern verlässliche Rahmenbedingungen.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat 600 Unternehmen aus dem Einzelhandel befragt. Viele von ihnen sehen sich in schwierigem Fahrwasser: 42 % bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als schlecht. Bei fast zwei Dritteln hat sich die Situation im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verschlechtert, im Vorjahr lag dieser Wert bei 51 %.
HDE-Präsident Alexander von Preen ordnet die Lage klar ein: Die Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern liege auf dem Niveau des zweiten Corona-Lockdowns, die Situation sei sogar noch dramatischer als 2025. Als Hauptursache nennt der Verband steigende Kosten für Beschäftigung, Energie und Wareneinkauf bei gleichzeitig stagnierenden Umsätzen.
Gedämpfte Umsatzperspektiven
Auch der Blick nach vorn fällt verhalten aus: Für das laufende Jahr rechnen 65 % der Befragten mit Umsätzen leicht oder deutlich unter dem Vorjahr, 2025 lag dieser Anteil bei 53 %. Nur 18 % erwarten Umsatzsteigerungen im Vergleich zu 2025.
An seiner Anfang 2026 veröffentlichten Prognose hält der HDE dennoch fest. Der Verband kalkuliert mit einem nominalen Umsatzplus von 2 % im deutschen Einzelhandel auf 697,4 Mrd. Euro. Davon entfallen 601,1 Mrd. Euro auf den stationären Einzelhandel und 96,3 Mrd. Euro auf den Online-Handel.
Forderungen an die Politik
Der HDE verweist auf die Rolle des Einzelhandels als wichtigen Wirtschaftsfaktor und als tragende Säule der Innenstädte sowie des gesellschaftlichen Engagements. Die jüngsten Einigungen der Koalition bewertet der Verband als ersten Schritt, sieht aber weiteren Handlungsbedarf.
Deutlich fällt die Warnung vor einer Abschaffung oder Verschlechterung der Minijobs aus: Rund 800.000 Minijobber arbeiten im Einzelhandel, viele Unternehmen sind auf diese Beschäftigungsform angewiesen. Außerdem fordert der Verband einen verbindlichen Deckel von 40 % bei den Lohnnebenkosten.



