Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

03.05.14

Die Verwandlung der WMF

Sortimentsbereinigung, Filialschließungen, Stellenabbau: Diese Maßnahmen sind Teil des«strategischen Transformationsprogramms», das die WMF 2013 auf den Weg gebracht hat. Ziel ist, «das Unternehmen zum weltweiten Marktführer in den Segmenten Tisch & Küche sowie professionelle Kaffeemaschinen zu machen», erklärte Vorstandsvorsitzender Peter Feld anlässlich der Bilanzpressekonferenz am 10. April in Stuttgart. Auf dem Weg dahin könnten allerdings Marken der WMF-Gruppe auf der Strecke bleiben.

001aa0514sm.jpg

Will das Profil der Marke WMF stärken: der Vorstandsvorsitzende Peter Feld.

 
001ab0514sm.jpg

Rund 400 der insgesamt 6100 Arbeitsplätze werden im Zuge des «strategischen Transformationsprogramms» abgebaut. Auch in der Konzernzentrale in Geislingen werden Stellen wegfallen.

 

Wie Peter Feld, der im August vergangenen Jahres die Nachfolge von Thorsten Klapproth antrat, betonte, wolle man mit der neuen strategischen Ausrichtung die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns stärken und den Erfolg des Geschäftsmodells langfristig sicherstellen. Vor allem Wachstumsmärkte wie China habe man im Visier.«Wir wollen vom stark mitteleuropäisch geprägten Unternehmen den Schritt hin zu mehr Internationalität machen», sagte der WMF-Vorstandschef. Grundvoraussetzung allerdings sei, dass «im Heimatmarkt alles gut läuft».

Im Vorfeld der Expansion muss sich die WMF-Gruppe jedoch zunächst einer Schlankheitskur unterziehen, wie der Vorstandvorsitzende erläuterte. Denn: «Die Komplexität, die wir heute haben, lähmt uns ein gutes Stück.» Bereits wenige Tage vor der Bilanzpressekonferenz war bekannt geworden, dass die WMF-Gruppe rund 400 der insgesamt 6100 Arbeitsplätze abbauen wird, um 10 % Personalkosten zu sparen. Weitere Stellen könnten an den Logistikstandorten gestrichen werden. Insgesamt sollen, wie verlautet, jährlich 30 Mio. Euro eingespart werden.

Von 40000 auf 25000 Produkte

Neben der Schließung von 50 unrentablen Filialen umfasst das Transformationsprogramm auch die Bereinigung des Sortiments. Die WMF-Gruppe sei «sehr kleinteilig», begründete Peter Feld diese Maßnahmen, außerdem bestehe eine interne Konkurrenz zwischen den Marken. Deshalb habe man nicht nur damit begonnen, das Sortiment von 40000 auf 25000 Produkte zu reduzieren, sondern arbeite auch an einer Differenzierung der Marken. «Wir wollen uns nicht aus einer Produktkategorie zurückziehen», betonte Feld. «Aber wir brauchen nicht noch einen siebten Salzstreuer. Wir dürfen nicht unser eigener Wettbewerb sein.»

Auf die Frage, was das für die einzelnen Marken konkret bedeutet, hielt sich der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf alfi und Auerhahn bedeckt: «Wir diskutieren darüber.» Silit und Kaiser wolle man mit der jeweiligen Kernkompetenz Silargan® bzw. Backen«weiter nach vorne bringen». Allerdings stelle sich bei Kaiser die Frage, ob man «mit den richtigen Preisen» unterwegs sei. Im Bereich Elektrokleingeräte werde man sich nach dem Verkauf von Princess - auch diese Maßnahme hat die Ergebnisse des WMF Konzerns für das Geschäftsjahr 2013 belastet - auf den Verkauf von Elektrokleingeräten der Marke WMF-konzentrieren.

Flache Strukturen, effektive Organisation

Die WMF erzielte im Geschäftsjahr 2013 einen Konzernumsatz in Höhe von 1015 Mio. Euro (Vorjahr: 1027,3 Mio. Euro). Bereinigt um den Beitrag der Princess-Gruppe erzielte die WMF ein Umsatzplus von 2 %. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2014 hat das Unternehmen die Geschäftsbereiche WMF Filialen, Tisch & Küche sowie Elektrokleingeräte im Segment «Globales Konsumgeschäft» zusammengefasst. Als zweites Segment wurde das «Globale Kaffee- und Hotelgeschäft» eingeführt.

Für 2014 erwartet der Konzern eine leichte Steigerung bei Umsatz und Ergebnis. Letzteres wird, so die Ankündigung, durch die dritte Maßnahme des Transformationsprogramms beeinflusst werden, nämlich die Einführung «flacher Strukturen» sowie einer «effektiven Organisation». «An weiteren Themen zur Straffung und Effizienzverbesserung der weltweiten Organisation wird derzeit mit Nachdruck gearbeitet», heißt es im Geschäftsbericht des Konzerns.

www.wmf-group.com

Weitere Artikel zu: