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08.05.15 – Interview mit Alfred Thielen (EHV Trier)

Trier punktet mit Lage

Welchen Mehrwert hat Le Creuset davon, einen Markenshop in Trier zu öffnen? Wir baten Alfred Thielen, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes der Region Trier, zum Gespräch.

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Alfred Thielen

 

stil & markt: Warum wählt Le Creuset Trier als Standort? Warum bietet sich diese Stadt an?

Alfred Thielen: Da es etwas Einmaliges ist – man muss bedenken, das erste Geschäft ist in Hamburg, das zweite ist in Trier –ist es eine Ehre für Trier. Das zeigt wieder, wie attraktiv Trier als Standort für Unternehmen ist. Wir haben ja eine sehr hohe Kaufkraftkennziffer von 200 und das wird nur in ganz wenigen Städten erreicht. Deshalb sind wir auch im Blickfeld von solchen Unternehmen. Le Creuset wird das Angebot in Trier sicherlich bereichern und wir sind sehr positiv gestimmt.

stil & markt: Wäre Ihrer Meinung nach eine gesetzliche Preisbindung von Vorteil, um den Einzelhandel zu schützen?

Alfred Thielen: Eine Preisbindung außer im Bücherbereich hatten wir ja sonst nirgendwo. Aber vor zehn Jahren wurden klare Regeln im Wettbewerbsrecht festgesetzt, was den Einzelhandel anbelangt hat. Es gab ein Rabattgesetz, es gab eine Zugabeverordnung, es gab sogar noch ein Sonderveranstaltungsrecht. Leider ist das alles abgeschafft worden. Trier ist so attraktiv, weil wir einen starken Mix haben mit kleineren Unternehmen, aber auch den großen Filialen. Wir brauchen alles, aber das Verhältnis muss eben stimmen. Und da hat früher die wettbewerbsrechtlichen Regelungen und auch das Rabattgesetz dafür gesorgt, dass es leichter war.

Wir würden uns keine Preisbildung wünschen, aber Regelungen im Wettbewerbsrecht. Doch der Zug ist abgefahren. Das wird es nicht mehr geben, auch im Hinblick auf Europa. Inzwischen hat sich der Einzelhandel darauf eingestellt und kleinere Unternehmen müssen mit anderen Aktionen auf sich aufmerksam machen – nicht mit Preisaktionen, denn die Marge ist nicht so stark. Da traue ich dem Unternehmen wie Le Creuset einiges zu, insbesondere weil sie neu in Trier anfangen.

stil & markt: Was kann der deutsche Einzelhandel tun, um neben den großen Firmen zu bestehen? Haben Sie konkrete Tipps?

Alfred Thielen: Tipps kann man in dem Punkt nicht geben. Hier ist weniger der Einzelhandel an sich gefragt, sondern hier sind die gefordert, die die Rahmenbedingungen stecken für solche Unternehmen. Hier ist die Stadt gefragt sowie die Verbände und Kammern, die die Rahmenbedingungen setzen müssen. Die Stadt Trier denkt ganz neu nach: Was können wir tun, um das, was wir haben, zu stärken? Da gibt es viele kleinere Ansätze. Da müssen Sondernutzungssatzungen und Werbesatzungen ganz neu überdacht werden, um das Ganze attraktiver zu machen. Le Creuset wird durch unsere Gestaltungssatzungen schon eingeengt werden, aber das muss eben für alle gelten, das gehört mit zu einem attraktiven Stadtbild.

Dieses Interview ist Teil unseres Specials: Markenshops auf dem Vormarsch, in dem das Unternehmen, Verbände und Standortvertreter über die Folgen diskutieren.