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30.08.14 – Inventurdifferenzen 2014

Milliardenhohe Schäden durch Ladendiebstähle

Laut der EHI-Studie «Inventurdifferenzen 2014» musste der Handel 2013 insgesamt 3,9 Mrd. Euro Inventurverluste hinnehmen.

Da der Großteil davon auf Ladendiebstähle zurückzuführen sei, forderte der Berliner Handelsverband Deutschland (HDE) eine härtere Bestrafung der Diebe.

Ladendiebstahl

Obwohl der Handel 2013 rund 1,3 Mrd. Euro in Präventiv- und Sicherheitsmaßnahmen investierte, lagen die Verluste durch Ladendiebstähle mit 2,1 Mrd. Euro weiterhin auf einem hohen Niveau. Foto: Axis
 

 

«Die Diebstahlsraten befinden sich nach wie vor auf hohem Niveau, obwohl der Handel organisatorisch, technisch und personell viel unternimmt, um Ladendiebstähle zu begrenzen», so Frank Horst, Verfasser der Studie und Leiter des Forschungsbereiches Inventurdifferenzen und Sicherheit beim EHI.

Insgesamt gingen dem Handel 3,9 Mrd. Euro im Jahr 2013 verloren. Statistisch gesehen bedeutet das: Jeder Bundesbürger klaut jährlich Waren im Wert von 26 Euro.

Zu den beliebtesten Artikeln gehören im Lebensmittelhandel kleine, teure Waren wie Parfüm und Kosmetik, Rasierklingen, Spirituosen und Tabakwaren. Im Bekleidungshandel bleiben häufig hochwertige Marken sowie Accessoires wie Modeschmuck, Brillen oder Tücher unbezahlt und im Elektronikhandel vor allem Konsolenspiele, Speichermedien, LED-Leuchtmittel und Smartphones.

Videoüberwachung zum Schutz

Zum Schutz vor Diebstahl investierte der Handel vergangenes Jahr rund 1,3 Mrd. Euro in Personal und Technik. Das führende technische Element ist laut einer EHI-Studie im Auftrag von Axis Communications, einem Hersteller von Netzwerkkameras, die Videoüberwachung. 97 % der Befragten setzen sie im Verkaufsraum ein, weitere Orte sind der Kassenbereich und die Check-out-Zone sowie der Warenein- bzw. -ausgang. Einerseits zur Abschreckung, andererseits als Hinweis einer Überwachung haben 75 % der Händler auch Monitore installiert.

HDE fordert Bagatellgrenze

Da die Staatsanwaltschaften ihre Ermittlungen bisher jedoch häufig wegen Geringfügigkeit einstellten, fordert der HDE eine gesetzlich festgeschriebene Bagatellgrenze von 25 Euro:

«Die Dunkelziffer beim Ladendiebstahl ist enorm. Das liegt auch daran, dass viele Händler angesichts der oft eingestellten Verfahren keinen Sinn mehr in einer Anzeige sehen. Das muss sich ändern», so HDE-Experte Peter Schröder.

Für 2013 ergab sich aus dem Schaden der angezeigten Diebstähle und dem tatsächlichen Schaden im Handel, dass durchschnittlich täglich über 85.000 Ladendiebstähle mit je einem Warenwert von rund 80 Euro unentdeckt bleiben.