10.01.24 – Suche nach neuem Eigentümer

Galeria Karstadt Kaufhof erneut insolvent

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge hat der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Es ist der dritte in vier Jahren. Nun sucht man offenbar nach einem neuen Eigentümer.

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Zum dritten Mal in vier Jahren ist Galeria Karstadt Kaufhof insolvent. © Corinna/adobe.stock.com

 

Am Dienstag, 9. Januar 2024, stellte die Warenhauskette GKK ihren dritten Insolvenzantrag. Grund ist dem Unternehmen zufolge nicht das eventuell schlecht laufende Geschäft, sondern vielmehr die Pleite des Mutterkonzerns Signa im November 2023. Dieser hatte ankündigt., u. a. die Geschäfte der Signa Retail Selection AG, zu der die GKK gehört, abzuwickeln. Laut Medienberichten sollte das vom österreichischen Unternehmer René Benko geführte Unternehmen 200 Mio. Euro für die Sanierung der GKK bereitstellen. Es sei jedoch unklar, ob dieses Geld tatsächlich wird fließen können. Hinzu kämen hohe Kosten für laufende Mietverträge und teure Dienstleistungen. Die Insolvenz, so Galeria-Chef Olivier van den Bossche, sei demnach ein Befreiungsschlag.

Ziel sei es, die Geschäfte der GKK weiterzuführen. Hierfür sei man auf der Suche nach einem neuen Eigentümer; entsprechende Gespräche sollen bereits laufen. Die FAZ spekuliert in ihrem Artikel zum Thema, dass die Central-Group ein möglicher Interessent sein könnte. Das thailändische Unternehmen ist schon seit einiger Zeit Investmentpartner der Signa-Gruppe und hält derzeit die Mehrheit an der KaDeWe-Gruppe.

Erneut unklar ist also, wie es für die verbliebenen 92 Warenhäuser und mehr als 15.000 Beschäftigten weitergeht. In den vergangenen Jahren wurden nach und nach bereits zahlreiche Filialen geschlossen, die letzten aus der vergangenen Insolvenz machen Ende diesen Monats dicht. So verloren viele tausend Menschen ihren Arbeitsplatz. Viele Gläubiger verzichteten auf Geld. Auch die Hilfen in Höhe von 680 Mio. Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds konnten dem Konzern nicht wieder auf die Beine helfen. Mit weiteren staatlichen Mitteln, schreibt der Spiegel, könne das Unternehmen offenbar nicht rechnen. Trotz allem sollen laut Galeria die Filialen und das Onlinegeschäft weitergeführt werden. Die Geschäftsführung bleibt weiterhin im Amt, muss aber ab sofort die Zustimmung des Hamburger Insolvenzverwalters Stefan Denkhaus von der Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen einholen.