07.01.26 – IFH Köln: Handelsszenario 2030+
Neues Unternehmertum im Handel gefragt
Das IFH Köln untersucht in seiner aktuellen Studie „Handelsszenario 2030+“ die Zukunft des deutschen Handels und zeigt: Der Warenumsatz im stationären Geschäft sinkt weiter, während Mehrwertangebote an Bedeutung gewinnen.
Lediglich 63,6 % der Umsätze im Einzelhandel wurden 2024 mit Waren der Kernbranche in Verkaufsräumen erzielt. Die übrigen Anteile entfallen auf Nicht-Kernbranchen, den Onlinehandel über alle Formate hinweg, den Großhandel, Export, Gebrauchtwaren sowie Dienstleistungen (Z. B. Lieferung, Reparaturen, Eventformate). Diese und weitere zentrale Erkenntnisse zum deutschen Handel liefert das „Handelsszenario 2030+“ des IFH Köln. Die Studie beschreibt zwei Entwicklungspfade für den deutschen Handel, die sie aus Handelswachstum, Angebotsstruktur, Konsumstimmung und den Bedürfnissen der Konsumenten ableitet: Preisszenario und Mehrwertszenario.
Im Preisszenario stehen Versorgungskonsum und budgetorientierte Ausgaben im Fokus. Die Experten erwarten für diesen Pfad eine jährliche Wachstumsrate von 1,9 %. Vielversprechender klingt das Mehrwertszenario, für den die Fachleute ein jährliches Wachstum von 3,4 % prognostizieren. Es setzt ganzheitlich an und verfolgt das Ziel, über Produkte und Dienstleistungen einen Zusatznutzen zu liefern. Im Idealfall entwickeln Handel und Hersteller gemeinsam Lösungsansätze, um das individuelle Einkaufserlebnis emotional aufzuwerten. „Es geht weniger um Effizienz, sonder um die Emotionalisierung des Angebots“, sagt Boris Hedde, Geschäftsführer am IFH Köln. Das gelinge etwas durch aktuelle Trendthemen oder besondere Erlebnis- und Wohlfühlelemente.
Besonders unter Druck sieht das IFH Köln den stationären Nonfood-Handel und die Innenstädte. „Genau hier liegt eine wichtige Chance: Konsumenten, die konsumfreudig sind, aber aktuell zögern. Die Inflation zwingt viele Verbraucher zu strategischen Ausgaben, gleichzeitig steigen die Ansprüche an Sortimente und das Angebot. Händler müssen diese Bedürfnisse verstehen und gezielt branchenspezifische Angebote schaffen, um Kaufimpulse auszulösen“, erklärt Boris Hedde.



