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02.04.19 – Geschäftsentwicklung

Kochhaus meldet Insolvenz an

Laut Gründer und Geschäftsführer Ramin Goo ist eine Sanierung des Unternehmens geplant. Vorerst laufe der Betrieb mit allen rund 190 Mitarbeitern weiter.

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Die Kochhaus GmbH, mit ihren aktuell neun Standorten und 190 Mitarbeitern, hat Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. © Kochhaus

 
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Im Kochhaus finden Kunden nach Rezepten vorportionierte Lebensmittel – laut Firmengründer Ramin Goo ein tragfähiges Konzept, das man beibehalten möchte. © Kochhaus

 

Das Kochhaus, das an neun Standorten in Deutschland 190 Mitarbeiter beschäftigt, hat Insolvenzantrag beim Amtsgericht Charlottenburg gestellt. Allerdings soll der Geschäftsbetrieb an allen Standorten und mit allen Mitarbeitern fortgeführt werden, heißt es in der offiziellen Stellungnahme von Gründer und Geschäftsführer Ramin Goo. Man habe die Mitarbeiter unmittelbar von der notwendigen Restrukturierung des Unternehmens informiert. Ihre Löhne und Gehälter würden durch das Insolvenzgeld vorfinanziert.

Die Insolvenz habe man beantragen müssen, da „die Zeit für eine Restrukturierung mit den finanzierenden Banken und eine Vereinbarung mit einem neuen Investor leider nicht ausreichte”. Nun verfüge das Kochhaus über den notwendigen zeitlichen Freiraum, den Sanierungsprozess im Interesse seiner Gläubiger, Kunden und Mitarbeiter zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen.

Konzept soll fortgeführt werden

„Wir wollen das Kochhaus innerhalb eines geordneten Prozesses sanieren und auf der Grundlage unseres Konzeptes alle Kochhäuser langfristig erhalten”, so Ramin Goo in dem Schreiben. Das Kochhaus bietet Lebensmittel nach regelmäßig wechselnden Rezepten an; die benötigten Zutaten sind bereits abgewogen und verpackt erhältlich. Zudem gehören eigene Kochbücher sowie Küchenequipment zum Sortiment, nach Ladenschluss gibt es Veranstaltungen und Kochkurse. Dieses Konzept, so Geschäftsführer Goo, sei bei den Kunden beliebt und sei auch in der Zukunft tragfähig. Konkrete Maßnahmen zur Sanierung könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen: „Wir haben das Sanierungsverfahren gerade erst betreten und können derzeit noch keine Aussage zu konkreten Umstrukturierungsmaßnahmen treffen”, so das Kochhaus auf Rückfrage von stil & markt. Schließungen wolle man auf jeden Fall vermeiden: „Wir gehen in das Insolvenzverfahren mit der erklärten Absicht, das Kochhaus zu sanieren und in einem veränderten Setup mit neuen Investoren zeitnah weiterzuführen. Wir werden alles daran setzen, dieses Ziel zu erreichen. Die Kochhaus-Standorte sind elementarer Bestandteil unseres Unternehmens und für den Großteil der Kunden der Kern unserer Marke.”

Einen Grund für die Insolvenz sieht das Webmagazin Gruenderszene.de im schwachen Online-Geschäft: So versende das Kochhaus zwar auch online bestellbare Kochboxen, jedoch sei dieser Bereich durch die Unternehmen Marley Spoon und HelloFresh weitgehend besetzt. Statt auf das eigene Online-Geschäft habe das Kochhaus in den vergangenen Jahren auf Kooperationen gesetzt, beispielsweise mit Rewe, Edeka oder Amazon Fresh. Rund 20 % seines Umsatzes erwirtschafte das Kochhaus derzeit online.