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19.06.19 – IFH Köln

Jedes fünfte Geschäft in NRW könnte schließen

Eine Studie des IFH Köln sagt voraus: NRW ist ein starker Handelsstandort, muss aber bis 2030 mit knapp 20.000 Geschäftsaufgaben rechnen.

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Der Schätzung des IFH Köln zufolge könnten bis 2030 20.000 Geschäfte in NRW schließen. © NYgraphic - stock.adobe.com

 

Demografischer Wandel, Urbanisierung, neue Technologien und verändertes Konsumentenverhalten sowie neue Geschäftsmodelle werden die Handelslandschaft in Nordrhein-Westfalen in den kommenden Jahren tiefgreifend verändern. Wie genau diese Veränderungen aussehen werden, hat das IFH Köln in der Studie „Handelsszenarien Nordrhein-Westfalen 2030“ für das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen untersucht.

 Rund ein Drittel des gesamten Einzelhandelsumsatzes in Deutschland wird von Unternehmen erwirtschaftet, die in NRW beheimatet sind. Und: Unter den eintausend umsatzstärksten Handelsunternehmen in Deutschland haben ebenfalls rund 30 % ihren Sitz in NRW.

Die Ergebnisse

In den am wahrscheinlichsten zu erachtenden Szenarien rechnen die IFH-Experten mit 13.000 bis 20.000 Geschäftsschließungen. Aktuell befinden sich in Nordrhein-Westfalen noch knapp 110.000 Einzelhandelsgeschäfte. Handel werde zukünftig vor allem in den attraktiven und hochfrequentierten größeren Städten NRWs stattfinden. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart über diese Aussicht: „Es gibt keinen Grund für Schwarzmalerei, aber viele Gründe zum Handeln: Städte und Geschäfte werden sich verändern. Aber ich bin mir sicher, dass ein lebendiger und attraktiver Einzelhandel auch im Jahr 2030 die Menschen in die Geschäfte ziehen wird.“

 „Die Wahl des richtigen Standorts ist und bleibt ein zentraler Erfolgsfaktor im Handel. Neben ‚Lage, Lage, Lage‘ rückt nun auch ‚Kunde, Kunde, Kunde‘ in den Mittelpunkt, denn Kundenverständnis und Kundenbindung sind für die Zukunftssicherung im Handel zentral. Je passgenauer Angebote und Services gestaltet werden, desto größere Erfolgsaussichten hat ein Handelsunternehmen. Voraussetzung hierfür ist es, Daten über Kunden und Kundenverhalten nutzbar zu machen – Künstliche Intelligenz leistet hierzu einen wertvollen Beitrag“, so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln.

Wandel aktiv angehen

 Konsequente Kundenorientierung, Bereitschaft zum Wandel und umfassende Zusammenarbeit aller an einem Handelsstandort aktiven Akteure (HändlerInnen, Stadt, ImmobilieneigentümerInnen, Kultur-, Gastronomie- und Freizeitbetriebe etc.) sind der Schlüssel für ein erfolgreiches Geschäft der Zukunft. „Stadt, Handel und Freizeit müssen sehr viel stärker zusammengedacht werden als dies heute der Fall ist. Die Vorteile der Plattformökonomie und der Digitalisierung müssen auch im stationären Handel umfassend genutzt werden“, appelliert Boris Hedde.

 IFH Köln mit Tipps für den Handel

 Warum sind digitale Lösungen für den stationären Handel sinnvoll? Der „Digitalisierungsatlas Handel“, den das IFH Köln ebenfalls im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW erstellt hat, beantwortet diese Frage und liefert ausgewählte Praxisbeispiele aus acht Themenfeldern. Die Studie zeigt: Der mobile Konsument, der sein Smartphone ständig bei sich hat, etabliert eine völlig neue Visitor Journey – noch ist der Handel in NRW hierauf nicht eingestellt.

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