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08.09.14 – Vor Ort

Ein schöner Platz für alles Schöne

Schließen oder umbauen?

Dieser Frage sahen sich Andrea und Christian Mergenthaler Anfang 2013 gegenübergestellt. Das junge Ehepaar, das in dritter Generation das Fachgeschäft Bärle in Bruchsal betreibt, entschied sich für einen Umbau.

Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.

Eingangsbereich Bärle

Nach dem Umbau präsentiert sich Bärle am Friedrichsplatz noch einladender und klarer strukturiert.

 
Außenbereich Bärle

Die großzügige Schaufensterfront ist die Visitenkarte des traditionreichen Bruchsaler Fachgeschäfts.

 
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Branchenkennern dürfte das alteingesessene Fachgeschäft noch als Bärle City bekannt sein. Der neue Name Bärle am Friedrichsplatz mit dem Slogan «Alles Schöne hat seinen Platz» ist dem Standort im Zentrum der 25000-Einwohner-Stadt geschuldet. Der Friedrichsplatz, der 2008 umgestaltet wurde, ist heute ein Anziehungspunkt für Einwohner und Besucher Bruchsals.

Vor zehn Jahren, erzählen Christian Mergenthaler und seine Mutter Gudrun - sie führte das Geschäft 30 Jahre lang, bevor sie 2013 die Leitung an ihren Sohn und seine Frau Andrea übergab - sah das noch ganz anders aus. Leerstand prägte das Bild, Parkplätze waren Mangelware. Bis die Kommune diesen Problematiken den Kampf ansagte. Inzwischen ist das Mittelzentrum Bruchsal, wie Familie Mergenthaler schildert, «attraktiv aufgestellt». Im Umfeld des Fachgeschäftes am Friedrichsplatz haben sich eine Drogeriemarkt-Filiale und namhafte Modelabels angesiedelt, im nahegelegenen ehemaligen Kaufhaus hat sich ein Modegeschäft niedergelassen. Und auch die Kaufkraft ist wieder gestiegen.

Ein fließender Prozess

Diese positive Entwicklung ihrer Heimatstadt war ein entscheidender Grund für die Mergenthalers, trotz der Nähe zu Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg in die Umgestaltung und damit die Zukunft von Bärle zu investieren. Schon unter der Regie von (Schwieger-)Mutter Gudrun, die nach wie vor im Geschäft arbeitet, hat sich Bärle «in einem fließenden Prozess» immer wieder verändert. 1989 z.B., als das Erdgeschoss umgebaut und die Eisenwaren komplett aus dem Sortiment genommen wurden - wobei dieser Sortimentsbereich in Gestalt eines Großhandels für Stahl, Sanitär und Eisenwaren auf der grünen Wiese nach wie vor ein wichtiges Standbein der Familie ist.

Den jüngsten Umbau, der einen Monat in Anspruch nahm (in dieser Zeit war das Geschäft geschlossen) und mit Unterstützung des Karlsruher Architekten Viktor Czaja umgesetzt wurde, bezeichnen die Mergenthalers als «Rundumschlag». Neue Böden wurden verlegt, eine neue Beleuchtung installiert, alle Regale entfernt und eine neue Eingangstür eingebaut. Doch auch bestehende Elemente wie Regale wurden aufgearbeitet und in das neue Umfeld integriert. «Wir hatten konkrete Vorstellungen, wollten unsere eigenen Interessen verwirklichen», berichten Andrea und Christian Mergenthaler. Dazu gehörte, dass die Verbindung zum Stahlhandel als Wurzel des Unternehmens und weiteres Geschäftsfeld aufgegriffen wird. Deshalb wählten die Inhaber einen Bodenbelag aus Vinyl, der wie roher Stahl wirkt, und brachten hinter den Kassentheken ein Bärle-Logo aus Stahlblech an, welches aus dem Lager-Sortiment des Großhandels stammt.

In einem Boot mit den Mitarbeitern

Auch das Team, das aus zehn Voll- und Teilzeitmitarbeitern besteht, wurde in die Umgestaltung mit einbezogen. «Jeder hat sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht, was verändert werden soll», sagt Andrea Mergenthaler. «Das wurde dann bei einem gemeinsamen Treffen besprochen.» Eines der Ergebnisse daraus ist, dass Glas und Porzellan nun gebündelt im Obergeschoss präsentiert werden.

Generell wurde das Sortiment, das auf drei Etagen mit insgesamt 500 m² präsentiert wird, im Zuge des Umbaus «ein bisschen gestrafft» und klarer strukturiert. Vor allem aber sind mit Liebe zum Detail ansprechende Räume und Flächen entstanden, die regelrecht zum Verweilen und Kaufen einladen. Das beginnt schon, wenn man das Geschäft betritt. Lebensmittel und Gourmetgeschenke werden dort wie an einem mediterranen Marktstand inszeniert. Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich eine Kinderecke, in der nicht nur Produkte für den Nachwuchs zu finden sind, sondern wo die Kleinen auch malen können. Für die Erwachsenen gibt es jede Menge weiterer (Sortiments-)Bereiche zu entdecken: Geschenkartikel von Cedon, remember products, Ritzenhoff oder räder, Accessoires von ASA Selection oder Leonardo, Servietten von Artebene, Taschen von Vogt, Duftprodukte von Lampe Berger oder L’Occitane en Provence, Schmuck von Langani, Besteck von Cristofle, Heimtextilien von daff oder farbenfreunde und vieles mehr. Ein Blickfang ist zweifellos der bereits erwähnte Kassenbereich, eine antike Theke, der sich ein großzügiger Tisch zum Einpacken von Geschenken und für andere Arbeiten anschließt.

Die Liebe zum Detail

Geht man die Treppe hinauf ins Obergeschoss, fallen Elemente an der Wand auf, die an einen Setzkasten erinnern. Darin werden Produkte wie Schalen, Gläser oder Tassen gezeigt, die auf das Sortiment im ersten Stock verweisen.

«Wir legen großen Wert auf die Herkunft der Produkte und achten darauf, dass sie in erster Linie aus Europa stammen», erläutert Andrea Mergenthaler - sie ist für den Haushaltsbereich zuständig - die Bärle-Philosophie. «Ins Sortiment kommen nur Artikel, hinter denen wir zu 100 % stehen.» Fündig werden sie und ihr Team auf Messen wie der Ambiente, TrendSet, Nordstil oder den Ordertagen in Böblingen.

Seit Familie Mergenthaler und ihr Team das Geschäft im März dieses Jahres neu eröffnet haben, haben sie «sehr positive» Resonanz von den Kunden auf die Umgestaltung erhalten. Kein Wunder, schließlich gibt es bei Bärle am Friedrichsplatz nicht nur schöne Produkte zu entdecken, sondern auch viel Drumherum. Z.B. einen Hochzeitstisch-Service, die bereits erwähnten Kochvorführungen und, in Kooperation mit der Bruchsaler Berufsschule, einen jährlich stattfindenden Schaufensterwettbewerb. Einen festen Platz im Bärle-Terminkalender hat auch die «Brusl Night» im Juli. Veranstaltet wird dieser Mix aus Shopping-Event, Livemusik und Open-Air-Party vom BranchenBund Bruchsal, in dem Christian Mergenthaler aktiv als Beirat bei der Organisation solcher Events mitwirkt. Die jüngste vierte Ausgabe war erneut ein Erfolg, wie der Mergenthaler berichtet: «Auch in unserem Geschäft konnten wir bis 22 Uhr zahlreiche Gesichter begrüßen, die durchaus in Kauflaune waren.»

Der Lohn für das große Engagement und die Leidenschaft, welche die Familie und ihr Team bei der Umgestaltung von Bärle an den Tag gelegt haben, ließ übrigens nicht lange auf sich warten: Die EK/servicegroup nominierte das Fachgeschäft für ihren Handelspreis «Passion Star 2014». Herzlichen Glückwunsch!

Bärle am Friedrichsplatz, Bruchsal

Gegründet 1935.

Inhaber: Eisen-Bärle GmbH & Co. KG.

Sortiment: Kochgeschirr, Küchenaccessoires, Wohnaccessoires, Heimtextilien, Geschenkartikel, Porzellan, Keramik, Taschen, Schmuck, Gourmetartikel.

Ladenbau: eigene Planung in Zusammenarbeit mit dem Architekten Viktor Czaja, Karlsruhe/Bietigheim-Bissingen, und der Werbeagentur «der kleine Markenladen», Bruchsal.

Besonderheit: Durch den Umbau hat das Traditionsgeschäft Bärle ein vollkommen neues Gesicht erhalten, ohne jedoch seine bekannten Züge zu verlieren.

Top-Ten-Lieferanten: Ankarsrum, Contigo, Dibbern, Eva Solo, kochmesser.de, Lambert, Le Creuset, Peugeot, Rice, Sigikid.