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19.11.15 – Fachgeschäft des Monats

max.Leben: Szenen der Kreativität

Wenn es ums Inszenieren und Gestalten geht, macht Beate und Carl Morbach vom Wolfratshausener Geschäft max.Leben so schnell niemand etwas vor.

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Mode, Wohnen, Leben, Lifestyle: Mit aufwändigen Inszenierungen präsentiert sich max.Leben in Wolfratshausen immer wieder neu.

 
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Beate und Carl Morbach

 
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Seit acht Jahren verändern sie immer wieder das komplette Erscheinungsbild ihres Geschäftes max.Leben – wie oft schon, können sie selbst kaum mehr zählen. Die Kreativität des Ehepaars kommt nicht von ungefähr. Beate Morbach ist ausgebildete Kostümbildnerin, Carl Morbach arbeitet als Produktionsleiter für Film und Fernsehen.

Im September 2007 eröffneten sie am Untermarkt in der knapp 20.000 Einwohner zählenden Stadt Wolfratshausen max.Leben. Mit dem Namen ihres 110 m² großen Geschäftes wollten die beiden einerseits die Verbindung zum Kindermodenladen max & moritz, dessen Teilhaber sie sind, aufgreifen; andererseits sollte sich darin das Konzept des Geschäftes widerspiegeln. „Wir bilden das ganze Leben bzw. alle Lebensräume ab – deshalb max.Leben”, erklärt Beate Morbach. „Dass dabei das Wortspiel ,maximales Leben' entstand, war eigentlich gar nicht beabsichtigt.”  

Wenn auch nicht beabsichtigt, so ist das Wortspiel doch Programm. Das breit aufgestellte Sortiment spiegelt alle Bereiche des Wohnens wider, vom Wohn- und Essbereich über die Küche bis hin zum Schlafzimmer und Bad. Einen Kühlschrank in Jeansoptik findet man bei max.Leben ebenso wie hochwertige Tapeten, Gläser, Besteck und Geschirr, Kissen und Decken, Kleinmöbel, Badutensilien, Körpermilch, Handtücher und Wäsche, Schmuck sowie Schuhe und Mode. Alles, was der Kunde im Geschäft sieht, kann er auch kaufen – egal, ob besagter Kühlschrank oder ein großer Esstisch aus upcyceltem Ulmenholz, auf dem eine Tafel inszeniert wird.  

Ein anderer Look fürs Zuhause

Das ursprüngliche Konzept, das Geschäft wie eine Wohnung aufzubauen und die einzelnen Räume immer wieder zu verändern, ist geblieben – wenn auch mit gewissen Abstrichen. „Wir wollten den Kunden zeigen, dass man zu Hause mit wenigen Handgriffen einen neuen Look kreieren kann”, beschreibt Beate Morbach die Anfangsphase von max.Leben.

Kaum hatten sie am Samstag die Ladentür zugesperrt, machten sie und ihr Mann sich ans Umdekorieren. Das nahm meist das komplette Wochenende in Anspruch. Als sie dann am Montag den Laden wieder öffneten, präsentierte er sich in komplett neuer Optik. „Manche Kunden reagierten darauf verwirrt und dachten, das sei ein neues Geschäft mit neuen Inhabern.“

Wegen des großen Aufwandes und um die Kunden nicht zu verunsichern, entschieden die Morbachs, nur noch vier jahreszeitliche Themen umzusetzen, „ein Prinzip, das sich bewährt hat. Jede Dekoration steht unter einem bestimmten Motto“. Mal lautet es „Weihnachten in Sankt Petersburg“ oder „Loving Long Island”, mal bricht bei max. Leben der „Blühling“ (eine Wortschöpfung aus Frühling und blühen) aus oder eine alte Badewanne und Wäscheleinen rücken im Rahmen der „Wäschewochen” die Pflegeprodukte in den Vordergrund. „Wir switchen dabei immer zwischen den verschiedenen Stilrichtungen”, sagt Beate Morbach. „Mal Landhaus, mal urban, mal im Stil eines Lofts, mal Industrielook.“

Deko- vs. Wort-Kreative

Die Dekoration ist immer äußerst aufwändig, ihre Umsetzung dauert manchmal bis Sonntag Nacht. „Wir ziehen z.B. Deko-Wände ein, haben sogar schon einmal eine Terrasse eingebaut“, erzählt Carl Morbach. Die Kunden erwarten inzwischen sehr gespannt das Ergebnis. Gibt’s eine neue Deko, wird das auf Facebook gepostet bzw. werden die Kunden angeschrieben. „Das ist dann immer mit einem Themen-Special verbunden”, so die ausgebildete Kostümbildnerin. „Wenn es z. B. um Bettwäsche geht, wird die Ware vom hinteren Teil des Ladens nach vorne gerückt und entsprechend in Szene gesetzt. Die Themen wandern.“

Beate Morbach und ihr Mann ergänzen sich perfekt: Sie ist die „Deko-Kreative“, er der „Wort-Kreative“, wie beide lächelnd erklären. Die Themen werden gemeinsam besprochen und umgesetzt. Dabei schöpfen sie aus dem reichen Fundus ihrer beruflichen Erfahrungen und lassen sich gerne von ganz alltäglichen Dingen und Gegenständen inspirieren.

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Großes Einzugsgebiet

Die Kunden wissen das wandelbare Erscheinungsbild von max.Leben zu schätzen. Das Einzugsgebiet geht weit über Wolfratshausen und den Landkreis hinaus und reicht sogar bis in die Landeshauptstadt München. „Wir sind ein Stammkunden-Geschäft”, sagt Carl Morbach. „Die Laufkundschaft macht gerade mal 10 % aus.

So oft er kann, vor allem aber am Wochenende, unterstützt der Produktionsleiter seine Frau im Geschäft. Mehrere Aushilfen machen das Team komplett. „Manche sind schon jahrelang bei uns, sodass wir auch mal in den Urlaub fahren können”, erzählen die Eltern zweier Töchter.

Beide haben ein feines Gespür für Trends und klare Vorstellungen, was die Ware betrifft. Mode ist ein wichtiger Bestandteil des Sortimentes. Und das ist nicht nur Beate Morbachs beruflichem Werdegang geschuldet. „Ich bin da ganz offen: Mode rettet uns den Umsatz”, gibt die gelernte Kostümbildnerin zu. Jacken, Blusen, Jeans & Co. liegen ihr quasi im Blut, das Wissen um die Bereiche gedeckter Tisch und Wohnaccessoires hat sie sich in den vergangenen acht Jahren mit viel Fleiß und Herzblut erarbeitet.

Nur ernstzunehmende Lieferanten

Messen spielten und spielen dabei eine besonders wichtige Rolle. „Es gibt kaum eine fleißigere Messegängerin als mich”, so Beate Morbach. „Ich besuche ja schon seit mehr als 20 Jahren Modemessen, die stehen neben Ambiente, TrendSet, Maison&Objet und vielen anderen Veranstaltungen noch immer in meinem Kalender. Ich finde dort immer Anregungen, nutze die Messen auch zum Ordnern.

Heute führen sie rund 120, wie Carl Morbach erklärt, ernstzunehmende Lieferanten. „Wir versuchen kleine, individuelle Labels zu finden. Wir verabschieden uns auch immer wieder mal von einem Hersteller, wenn wir feststellen, dass er einen Preiskampf im Internet zulässt”, erklärt Carl Morbach.

„Die Hersteller sollten sich fragen, wie sie den kleinen Händler vor Ort schützen können, der sie bekannt gemacht hat”, fügt seine Frau hinzu. „Manche vergessen, dass wir vor Ort diejenigen sind, die angreifbar sind.” Direkte Konkurrenz vor Ort fürchten die beiden nicht – im Gegenteil: „Je attraktiver eine Stadt für den Kunden ist, desto mehr hat der einzelne Händler davon.”