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18.11.15 – Lokale Online-Marktplätze Interview

„Vernetzung ist das A und O“

Welche Potenziale und Anforderungen haben die neuen Portale für den stationären Handel? Antworten erhielten wir von Dr. Eva Stüber, Leiterin Research & Consulting IFH Köln.

IFH Köln_Dr. Eva Stüber

Dr. Eva Stüber, Leiterin Research & Consulting IFH Köln

 

stil & markt: Lokale Online-Marktplätze sind derzeit in aller Munde, welche Potenziale bergen sie für die Städte und ihren stationären Handel?

Dr. Eva Stüber: Für den stationären Handel und die Städte ergeben sich durch die Diskussion um lokale Marktplätze große Potenziale: Die Händler setzen sich dadurch intensiv mit dem Thema Internet und Sichtbarkeit auseinander. Hierin liegt das größte Potenzial. Somit merken sie zum einen, dass das Internet nicht nur ein Trend ist, sondern den Handel langfristig begleiten wird. Zum anderen lernen sie auch die vielen Möglichkeiten kennen, die das Internet bietet. Neben dem reinen Verkauf, welcher aber gar nicht zwingend im Vordergrund stehen sollte, ergeben sich so zahlreiche Chancen, um sich als stationärer Händler online zu positionieren. Gleichzeitig tauschen sich die Händler durch diese Initiativen aber auch untereinander aus und erkennen dadurch Optimierungsmöglichkeiten für ihren stationären Alltag: Einheitliche oder zumindest angepasste Öffnungszeiten, gemeinsame Aktionen und das Bewusstwerden über stationäre Stärken sind hierbei nur einige Beispiele.

stil & markt: Was sind aus Ihrer Sicht die wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche lokale Cross-Channel-Strategie? Welche Aufgaben ergeben sich für Händler und Städte?

Dr. Eva Stüber: Die Ein-Unternehmen-Denke: Konsumenten denken nicht in Kanälen, sondern erwarten verschiedene Kontaktpunkte zum Händler. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist neben dem Auftreten der Mitarbeiter entscheidend, dass die Systeme so vernetzt sind, dass beispielsweise die Datenbestände in Echtzeit ausgelesen werden können. Das Warenwirtschaftssystem ist somit eine Grundvoraussetzung. Die Städte und deren Verantwortlichen müssen dazu beitragen, dass die Händler als Gemeinschaft vor Ort agieren, gemeinsame Austauschplattformen anbieten und über Experten ggf. sogar einen Support in technischen oder Umsetzungsfragestellungen bieten.

stil & markt: Nutzen Verbraucher die Plattformen aktuell eher als „digitale Schaufenster” oder werden tatsächlich Zusatzumsätze generiert?

Dr. Eva Stüber: Grundsätzlich hat sich online als Showroom für den stationären Handel etabliert – alleine in Online-Shops werden fast 40 % der stationären Käufe vorbereitet. Durch die erweiterte Sichtbarkeit auf solchen lokalen Plattformen können daraus gesteigerte Frequenzen stationär resultieren, sprich auch Käufe, die es ohne die Online-Präsenz nicht gegeben hätte. Durch die Reichweite über die lokalen Grenzen hinweg sind aber auch Online-Verkäufe an Personen möglich, die man vorher stationär gar nicht erreicht hätte.