03.03.20 – Zukunft des Einkaufens

Mit digitalen Technologien zum Einkaufserlebnis

Einzelhändler, die Technologien nutzen, um das Einkaufserlebnis zu verbessern, generieren eher Wiederholungskäufer. Unsere Gastautorin Heike Scholz beleuchtet länderspezifische Verbrauchervorlieben.

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Shoppen per Sprache, Gesichtserkennung, Datensicherheit: In der Frage, wie Konsumenten digitalen Technologien gegenüberstehen, zeigen sich nationale Unterschiede. © Heike Scholz

 

Der Einzelhandel hat in den vergangenen zehn Jahren einen massiven technologischen Umbruch erlebt. Um dem veränderten Verbraucherverhalten Rechnung zu tragen, haben Einzelhändler Strategien und neue Geschäftsmodelle entwickelt, um die Kluft zwischen Online- und Offline-Einkaufserlebnissen zu überbrücken. Wie eine aktuelle Studie zeigt, gelingt es jenen Einzelhändlern, die zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses Technologien nutzen, häufiger, Wiederholungskäufer zu gewinnen. Der Bericht „From ‚Bricks to Clicks‘: Navigating the Retail Revolution“, der vom Mobile-Device-Management-Experten Soti in Zusammenarbeit mit Arlington Research in Auftrag gegeben wurde, untersuchte die Einkaufsgewohnheiten der Verbraucher in den USA, Großbritannien, Deutschland und Schweden.

Sicherheit geht vor Erlebnis

US-Käufer liegen ganz vorn, wenn es um ein persönliches Einkaufserlebnis geht: 20,7 % der Befragten wünschen sich dies. Die Deutschen sind mit 16,2 % Schlusslicht der untersuchten Länder. Beim Wunsch nach Datensicherheit liegt Deutschland mit 33,1 % überraschenderweise nicht auf dem Spitzenplatz. Hier sind Großbritannien (37,7 %) und die USA (32,2 %) vorn. „Einzelhändler müssen ein empfindliches Gleichgewicht zwischen Innovation und Datenschutz finden“, sagt Ryan Webber, Senior Vice President of Enterprise Mobility, Soti. Zwar seien amerikanische Verbraucher in Bezug auf Personalisierung optimistischer als Europäer, gleichzeitig sehnten sich alle nach Sicherheit. „Da die Einzelhändler beginnen, die Grenzen des Möglichen zu erweitern und Gesichtserkennungstechnologie und andere IoT-Shopping-Lösungen zu testen, muss der Datenschutz an erster Stelle stehen“, so Webber.

Wenig Begeisterung für Technologien

Wenn es darum geht, ein personalisiertes Einkaufserlebnis zu schaffen und hierfür Technologien zu nutzen, ist fast die Hälfte der Amerikaner (48,1 %) begeistert von Innovationen wie Gesichtserkennung und Beacons. Erwartungsgemäß liegen die Deutschen hier mit 32,1 % Zustimmung auf dem letzten Platz. Sprachaktiviertes Einkaufen ist ein weiterer Bereich, in dem sich US-Konsumenten deutlich wohler fühlen als Verbraucher aus den anderen Ländern. Die Hälfte der US-Käufer kauft „sehr bequem“ über sprachaktivierte Assistenten wie Amazon Alexa und Google Home ein. Immerhin auf dem zweiten Platz folgt Deutschland mit 36,1 %.

Weitere Ergebnisse

  • Mehr als zwei Drittel (67,3 %) aller Befragten glauben, dass Einzelhändler, die mobile Technologien nutzen, den Kunden ein schnelleres Einkaufserlebnis bieten.
  • Self-Checkout-Systeme werden nicht nur als vorteilhaft für das Einkaufserlebnis empfunden (40 %), sondern verbessern das Einkaufserlebnis sogar (47,1%).
  • Weniger als ein Viertel (24 %) der Befragten bevorzugen eine technologiefreie, traditionelle Erfahrung im Geschäft.
  • Trotz der allgemeinen Forderung nach Technologie zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses sind die Verbraucher nicht bereit, die Sicherheit ihrer persönlichen Daten zu opfern (32,6 %).
  • 50,7 % der schwedischen Befragten glauben, dass die Scan-as-you-shop-Technologie ihr Einkaufserlebnis im Geschäft verbessert.
  • Die Befragten in den USA (19,4 %) und Schweden (20,2 %) zeigen ein überraschend ähnliches Komfortniveau damit, dass Lieferfahrer ihre Wohnung über intelligente Schlösser betreten.
  • Weltweit sehen mehr als zwei Drittel (67,3 %) der Verbraucher die Mobilfunktechnologie als eine effektive Strategie für ein schnelleres Einkaufserlebnis an.