Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

08.09.15 – Leserstimme Michael Borchardt

Ihr Tendence-Feedback

Bei der diesjährigen Tendence versammelten sich wieder zahlreiche Branchenkenner. Viele von ihnen haben die Messe unterschiedlich wahrgenommen.

Michael Borchardt

Michael Borchardt

 

In unserem Schlussbericht Weniger Besucher, höhere Auftragswerte wollten wir von unseren Lesern wissen, wie sie die diesjährige Tendence wahrgenommen haben. Feedback erhielten wir z. B. von Michael Borchardt, Diplom-Soziologe und Retailconsult.de-Gründer:

„Bei der ausdrücklichen Mehrzahl der 40-45 Aussteller aus den Hallen 8,9,11, mit denen ich Sonntag und Montag gesprochen habe – sei es an deren Ständen, auf den Gängen oder bei einem Kaffee in der Tulip-Lounge – sind deren Erwartungen lediglich insofern erfüllt worden, als sie zum Messebeginn so gut wie gar keine hatten.
Will sagen: Samstag schwach beginnend, Sonntag ein kleiner Zwischenaufschwung, und dann der endgültige Absturz zum Beginn der zweiten Messehälfte.
Auch die von der Messeleitung in deren Abschlussbericht gelobte Orderqualität konnte ich in diesem Sinne bei meinen Lieferantengesprächen nicht bestätigt finden.“

Strukturwandel im Handel nicht der einzige Grund
„Jetzt geht es mir – auch als Frankfurter – natürlich als letztes darum, die Tendence schlecht zu reden. Allerdings sollte sich die Messeleitung doch einmal zu Gemüte führen, von welchem Olymp aus der jahrelange Aussteller- und Bedeutungsverlust angetreten wurde. Selbst 2006 waren noch mehr als 3200 Aussteller vertreten; bei mehr als 80.000 Besuchern aus 117 Ländern – heuer lagen wir bei gut 1.000 Ausstellern und weniger als 30.000 Besuchern auf 95.000 qm und damit bei den relevanten Eckdaten noch hinter der Münchner Trendset im Juli.
Die Internationalität ist der Frankfurter Herbstmesse also ebenfalls sukzessive verloren gegangen – ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung von Regionalmessen wie München, Hamburg, Leipzig oder Dortmund.
Wo sind die ganzen Aussteller und internationalen Besucher geblieben? Naja, da muss man nur den Daumen in den Wind halten – viele davon sahen wir in Paris wieder, nicht zuletzt Nicolette Naumann bei der Wettbewerbsanalyse vor Ort.
Und diese Entwicklung lediglich auf den Strukturwandel im Handel und die mediokre Wirtschaftslage im Euroraum zu schieben, halte ich als Erklärungsmuster der Tendence-Messeleitung für deutlich zu schwach.
Nach diesen Erfahrungen frage ich mich, wie lange sich die Messe Frankfurt eine Herbstmesse in dieser Form noch leisten mag?“

Weitere Artikel zu: