21.11.23 – Onlinehandel

Tipps zum Thema Versandkosten (Teil 1)

Die Retail Practice-Experten Dr. Tobias Maria Günter und Markus Goller von Simon-Kucher geben insgesamt neun Tipps zum Thema Versandkosten, die Händler bei ihren Onlineshops beherzigen können. In diesem ersten Teil stellen wir die ersten vor.

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Die Tipps von Dr. Tobias Maria Günter und Markus Goller sollen Fachhändlern helfen, beim Thema Versandkosten alles richtig zu machen. © MclittleStock/stock.adobe.com

 
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Dr. Tobias Maria Günter © Simon-Kucher

 
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Verbraucher schränken ihren Konsum ein, der Wettbewerbsdruck steigt. Gleichzeitig wird es für Händler immer teurer, ihre Ware zu versenden. Ein Dilemma kurz vor dem Weihnachtsgeschäft. Jetzt gilt es, die neun folgenden Fehler zu vermeiden.

1. Pauschale Versandkosten

Undifferenzierte Versandkosten, die nicht auf die Marktumgebung abgestimmt sind? Ein großes Problem. So wie die Lieferung eines Sofas in der Regel mehr kostet, als die eines Bilderrahmens, darf auch der Versand von einem Armband mehr kosten, als der Versand von drei Uhren. Warum? Weil Versandkosten nicht nur nach Gewicht, sondern auch nach Marge berechnet werden sollten. Natürlich gilt es dabei, Industrie-Standards, die Erwartungen der Kunden und das Vorgehen von Kern-Wettbewerbern zu beachten.

2. Kein oder falscher Mindestbestellwert

Ebenfalls fatal: Viele Händler verzichten auf einen Mindestbestellwert für kostenlosen Versand. Hier wird die Chance verpasst, die Warenkorbgröße optimal auszugestalten und ein effizientes Versandvolumen zu erreichen. Wichtig aber ist: Der Mindestbestellwert muss zur Produktwelt passen. Bei Großelektronik sind 500 Euro kein Problem, bei simplen Drogerieartikeln schon.

3. Keine Angebote für preissensible Kunden

Lieferkosten angeben und sich dann wundern, dass preissensible Kunden nichts kaufen? Ein typisches Phänomen. Was hier vergessen wurde? Es braucht Notausgänge für preissensible Kunden, also z. B. Coupons für Gratis-Lieferungen, definierte Zeitfenster ohne Versand-Gebühren (z. B. Aktionszeiträume), und/oder Loyalty-Programme für kostenlosen Versand.

4. Nur Standardversand anbieten

Fünf Tage Lieferzeit, obwohl das Geschenk für die Geburtstagsfeier schon übermorgen gebraucht wird? Hier wird wohl niemand auf „Bestellen“ klicken. Wer heute keine alternativen Versand-Optionen anbietet, verpasst wichtige Einnahmen. Neben Expresslieferung, sollten auch flexible Lieferzeiten und Wochenend-Lieferungen in Betracht gezogen werden. Wichtig: Alternativen – über den Standard-Versand hinaus – gilt es entsprechend des Mehrwerts für den Kunden zu monetarisieren und nicht kostenlos anzubieten.

5. Versand nicht fürs Marketing nutzen

Was die Marketing-Abteilung beim Meeting zur Versandstrategie verloren hat? Ganz schön viel! Ob CO2-Ausgleichszahlung, Re-Use von Kartons, reduzierter Plastikverbrauch oder digitale Rechnungen: Nachhaltige Initiativen rund um den Versand sollten aktiv kommuniziert werden. Auch im digitalen Warenkorb. Das dient nicht nur der Kundenbindung, sondern hilft auch bei der Markenpositionierung.