04.12.17 – Online-Handel

IFH: Der Boom geht weiter

Nach Prognosen des aktuellen „IFH Branchenreports Onlinehandel“ wird der Onlineumsatz in Deutschland im Jahr 2021 die 80 Milliarden Euro-Grenze überschreiten trotz manche Einzelhandelsbereiche weniger stark wachsen.

 

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Nach den Trendrechnungen des IFH steigen die Online-Umsätze bis 2021 selbst bei abnehmender Dynamik. © IFH Köln

 

Das Ergebnis des IFH Köln zeigt, dass die Entwicklung des Online-Handels nur eine Richtung kennt: nach oben. Erreichte der Umsatz im vergangenen Jahr bereits die 50 Milliarden Euro-Grenze (+ 10,8 % im Vergleich zu 2015), werden die Deutschen im Jahr 2021 voraussichtlich 80, 4 Milliarden Euro (zu Endverbraucherpreisen, inklusive Umsatzsteuer) beim Online-Einkauf ausgeben.

 

Bereits eingerechnet in die Vorhersagen ist die Annahme, dass die Wachstumsraten im Online-Handel in den kommenden Jahren leicht abnehmen. Sollte der Internethandel wesentlich stärker abrutschen, so sei doch bis 2021 immer noch mit einem Online-Umsatz von über 70 Milliarden zu rechnen. Bei einer wesentlich höheren Dynamik gehen die IFH-Experten sogar von einem möglichen Umsatz bis zu 97,5 Milliarden in 2021 aus.

 

 „Wir gehen davon aus, dass innovative Anbieter in den kommenden Jahren immer wieder neue Impulse setzen, sowohl im Onlinehandel als auch stationär. Diese ist eine der Grundannahmen für unsere Berechnung des Trends bis 2021, ebenso wie die steigende Relevanz von Cross-Channel“, so IFH-Geschäftsführer Kai Hudetz.

 

Unterschiede aber macht der Branchenreport beim Blick auf die verschiedenen Konsumgütermärkte: Der Umsatz von Lebensmitteln im Netz wuchs um 22 %, der Fotomarkt verbuchte ein kleines Plus von 3 %, während die Märkte für Wäsche, Elektrokleingeräte, Glas, Porzellan, Keramik und Hausrat weisen für 2016 Wachstumsraten zwischen 8 und 13 % auf – für die IFH-Experten ein Ergebnis, das im Mittelfeld liegt.

 

In einigen Bereichen sieht IFH Onlinemarkt-Experte Hans Heinick den stationären Handel außerdem Marktanteile zurückgewinnen: „Wir sehen in diesem Jahr erneut, wie unterschiedlich sich einzelne Märkte im Onlinehandel entwickeln. Gleiches gilt für die verschiedenen Vertriebsformen. Beispielsweise führen neue Treiber aus dem stationären Handel – etwa in den Bereichen Consumer Electronics, Heimwerken und Garten sowie Fast Moving Consumer Goods – dazu, dass der Marktanteil der (ursprünglichen) Internet-Pure-Player nicht mehr ganz so stark wächst.“