12.05.20 – Coronakrise

25 Vorschläge für den Handel

Die Einschnitte durch den Corona-Lockdown werden sich langfristig auf den Einzelhandel auswirken. Eine Einschätzung des Handelsexperten Ulrich Eggert.

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Digitale Elemente werden laut dem Handelsexperten Ulrich Eggert künftig einen noch höheren Stellenwert – auch im stationären Handel – einnehmen. © WavebreakMediaMicro - stock.adobe.com

 

Wesentliche Aspekte, die den Handel künftig prägen könnten, stellt Ulrich Eggert Consult + Research in der Kurzstudie „Der stationäre Einzelhandel nach Corona – 25 Vorschläge für die Zeit nach dem Lockdown” vor. Dabei nimmt das Thema Digitalisierung, etwa hinsichtlich der Technisierung und Automatisierung von Prozessen, einen hohen Stellenwert ein. Als erster Punkt wird daher „E-Business” genannt, welcher nicht nur als elektronisches Verkaufen, sondern als elektronische Abbildung des gesamten Unternehmens verstanden werden sollte.

Marketing, neu gedacht

Auch in puncto Kommunikation rät der Handelsexperte zur verstärkten Nutzung digitaler Lösungen, etwa beim Marketing, welches als Instrument nicht dem bloßen Verkauf gewidmet sein sollte: Händler werden, so Eggert, zu Informationslieferanten mutieren müssen. Im Wandel sieht der Experte auch die Funktion der sozialen Medien: Händler sollten sich größere Mühe geben, das Potenzial des Social Marketings zu erkennen und für sich zu nutzen. Dabei gehe es um den interaktiven Ansatz: Vernetzte Kunden geben Entscheidungshilfen durch Produktbeurteilungen, Erfahrungsberichte oder auch über Empfehlungen und teilen diese mit ihren Freunden.

Digitalisierungsschub für stationären Shop

Auch die Implementierung digitaler Services ins stationäre Geschäft sieht der Handelsexperte im Kommen: So etwa Self-Check Out und automatisierte Kassen, Delivery sowie Click & Collect, aber auch Automatisierung und Technisierung im Shop vor Ort – angefangen von WLAN im Laden über Angebote auf digitalen Bildschirmen bis hin zu Location-Based-Services wie Geschäftssuche, Lokalsuche, Fahrpläne, Parkplätze usw., die sich der stationäre Handel zur Kontaktaufnahme zu (potenziellen) Kunden zunutze machen könne.

Stationäre Stärke

Daneben kommen aber auch die „typischen” Stärken des stationären Handels stärker oder auf neue Weise zum Tragen, etwa in Sachen „Emotionalisierung”: Diese bleibt laut Eggert der entscheidende Unterschiedsfaktor zwischen stationärem Handel auf der einen Seite und Online-Handel auf der anderen. Jedoch müsse der stationäre Handel seine Vorteile hier noch viel stärker ausbauen: vom persönlichen Kontakt über kostenlose Services wie etwa Fahrdienste, Überraschungen und auch Events und Action in und an den Läden.

„Corona hat zu einem momentanen Stillstand geführt – aber der geht (hoffentlich bald) vorüber und danach steht nicht alles wieder auf Anfang: Der hybride Wettbewerb geht weiter!”, so Eggert und appelliert an den Handel, auch nach Corona auf der Hut zu sein, Entwicklungen zu adaptieren und bei Eignung in das eigene Geschäftsmodell zu integrieren.