02.10.26 – Verringerte Kaufkraft wegen hoher Energiepreise
NIM: Konsumklima mit markantem Rückgang
Die Verbraucherstimmung in Deutschland verschlechtert sich im September deutlich. Für Oktober erwarten die Verbraucher einen Rückgang des Konsumklimas um 3,8 Punkte auf -30,6 Punkte. Der revidierte Vormonatswert lag bei -26,8 Punkten.
Die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK zeigen, dass der markante Rückgang neben einer gestiegenen Sparneigung vor allem auf das deutliche Abrutschen der Einkommenserwartung zurückzuführen ist, wie Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, erklärt: „Die Mehrheit der Haushalte rechnet damit, dass die hohen Energiepreise ihre Kaufkraft verringern werden. Folglich sind sie skeptischer, was die künftigen Einkommensaussichten für die nächsten zwölf Monate betrifft.“ Auch die Anschaffungsneigung geht laut NIM leicht zurück, während die Konjunkturerwartungen nahezu unverändert bleiben.
Einkommenserwartungen im Sog steigender Energiepreise
Die deutliche Eintrübung des Konsumklima-Indikators ist laut NIM zu einem wesentlichen Teil auf den starken Rückgang der Einkommensaussichten in diesem Monat zurückzuführen. Der Einkommensindikator verliert 16,7 Zähler und rutscht auf -15,0 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert seit April 2026, kurz vor Einführung des Tankrabatts. Damals wurden sogar -24,4 Punkte gemessen.
Steigende Sparneigung belastet Konsumklima zusätzlich
Neben den gesunkenen Einkommensaussichten wird das Konsumklima im September durch eine spürbar gestiegene Sparneigung gedrückt. Nach einem Plus von 6,0 Zählern steigt die Sparneigung auf 21,5 Punkte. Man muss in der Historie bis in die Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 zurückgehen, so die Marktforschenden, um einen ähnlich hohen Wert für die Sparstimmung zu messen. Die hohen Energiepreise schüren die Verunsicherung unter den Verbrauchern und sorgen dafür, dass sie es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen. So deuten weiterführende Analysen des NIM darauf hin, dass insbesondere in Haushalten mit guter finanzieller Ausstattung die Sparneigung stärker zugenommen hat. Hier besteht offenbar das Bedürfnis, die Kaufkraftverluste, die durch die erhöhte Inflation beim Ersparten aufgetreten sind, durch zusätzliches Sparen zu kompensieren.
Anschaffungsneigung geringfügig gesunken
Im Gegensatz zu Einkommenserwartung und Sparneigung zeigt sich die Anschaffungsneigung im Großen und Ganzen stabil. Der Indikator verliert einen Punkt und weist nun -10,8 Punkte auf. Damit liegt er noch knapp über dem Wert des entsprechenden Vorjahresmonats (September 2025: -11,6 Punkte). Das Niveau ist aber nach wie vor überaus niedrig und pendelt seit mehr als drei Jahren in einem Bereich um die -10-Punkte-Marke.
Konjunkturerwartungen mit leichtem Plus
Während die Einkommensaussichten gegenwärtig deutlich skeptischer beurteilt werden, legen die Konjunkturerwartungen der Verbraucher weiter etwas zu, wenn auch die Dynamik aktuell nachgelassen hat. Der Indikator gewinnt noch einen halben Zähler hinzu und liegt nun bei -3,4 Punkten. Dies ist der fünfte Anstieg in Folge. Die deutsche Wirtschaft hat sich im ersten Halbjahr 2026 besser entwickelt als zunächst erwartet. Entsprechend haben die Forschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für dieses und das kommende Jahr nach oben korrigiert. So werden momentan für 2026 und 2027 Zuwachsraten des Bruttoinlandsproduktes von gut einem Prozent vorhergesagt.



