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29.04.14

IFH-Studie: Online-Handel vs. Stadtbummel?

Ist der Online-Handel ein maßgeblicher Grund für aussterbende Innenstädte? Dieser Frage geht das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) in einer Studie nach.

IFH-Studie

Laut einer aktuellen IFH-Studie fahren vor allem Frauen seltener in die Innenstadt und kaufen stattdessen im Internet ein. Profitieren kann der stationäre Handel durch die Verzahnung der beiden Vertriebskanäle. Foto: © Tourismus Salzburg

 

Die Ergebnisse bestätigen die These nur teilweise: Die Umfrage zeigt einerseits, dass Fahrten ins Stadtzentrum aufgrund von Online-Bestellungen bei jedem Dritten seltener geworden sind. Vor allem Frauen (40,5 %), eine der Kernzielgruppen vieler Händler, verzichten zunehmend darauf, in die Stadt zu fahren und kaufen stattdessen lieber von zu Hause aus im Internet ein. Die schwindende Kundenfrequenz bekommt vor allem der inhabergeführte mittelständische Einzelhandel zu spüren. Dies gilt auch für stationäre Händler in Randgebieten: Denn rund ein Viertel der knapp 1000 befragten Konsumenten gibt an, aufgrund des Online-Handels weniger in Möbelhäusern, Baumärkten oder sonstigen Fachmärkten einzukaufen.

Der Handel kann vom Internet auch profitieren

Andererseits kann der stationäre Handel laut Umfrage auch vom Internet profitieren, indem er Zusatzumsätze generiert, die ohne den Online-Kanal nicht realisiert worden wären. So gibt etwa jeder fünfte Befragte an, nicht seltener in die Stadt zu fahren, obwohl auch online Käufe getätigt werden. Für die Randgebiete trifft dies auf knapp jeden Vierten zu. Wie eine Studie des ECC Köln zeigt, werden außerdem rund 50 % des stationären Umsatzes durch Online-Recherchen vorbereitet. Die Kernaufgabe ist es daher, die einzelnen Vertriebskanäle zu verknüpfen. Einige Städte locken Kunden z.B. mit langen Shoppingnächten oder verkaufsoffenen Sonntagen mit Rahmenprogrammen in die Innenstädte. Langfristig müssten allerdings detailliertere Untersuchungen zeigen, worauf Konsumenten wirklich Wert legen. «Unser Anliegen ist es, die Potenziale und Risiken in Städten zu analysieren und nachhaltige Konzepte für vitale Innenstädte zu entwickeln», erklärt Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. Dazu sollten Städte jedoch wissen, was sie auszeichnet und wo Verbesserungspotenzial liegt. Orte, die darauf keine ausreichende Antwort haben, sind laut IFH besonders gefordert.

www.ifhkoeln.de