Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von technisch notwendigen Cookies einverstanden. Die Website verwendet außerdem Tracking Cookies, um die Nutzung durch Besucher besser zu verstehen und eine bessere Bedienbarkeit zu erreichen. Diese können Sie hier deaktivieren. Mehr dazu in unserer  Datenschutzerklärung.

17.08.12 – Raumkunst, Quedlinburg

Geschichtsträchtige Kulisse

Mitten in der Unesco-Weltkulturerbestadt Quedlinburg eröffnete Andrea Weyhe 2004 ihr Fachgeschäft raumkunst. Als Bühne dient ein historisches Gebäude.

raumkunst 1

Das Konzept von raumkunst möchte alle Bereiche des Wohnens präsentieren, diese harmonisch miteinander vereinen, aber dennoch nebeneinander wirken lassen.

 
raumkunst 2

Zu den Kunden von Inhaberin Andrea Weyhe (li.) und ihrer Mitarbeiterin Claudia Lindenbein gehören Einheimische und Touristen gleichermaßen.

 
Alle Bilder anzeigen

Dort, wo einst die Stadt und umliegenden Dörfer ihren Zins für das Damenstift auf dem Burgberg abgeben mussten, präsentiert Andrea Weyhe heute zahlreiche Stoff- und Tapetenmuster, Möbel, Naturkosmetik und Textilien. «Wir haben herausgefunden, dass der Raum ganz hinten um 1550 erbaut wurde, es weiter vorne ein Treppenhaus gab und der Mittelteil des Geschäftes aufgrund des rußigen Rundbogens wohl als Feuerstelle diente», erklärt die Geschäftsführerin. Auch die hölzernen Dachbalken und alten Ziegel blieben erhalten und erinnern an frühere Zeiten in der mittelalterlichen Stadt.

Seit einer umfangreichen Sanierung wird das Gebäude in der Hohen Straße 27 für drei Büros, zwei großzügige Wohnungen und den raumkunst-Laden genutzt. Dieser präsentiert auf 170 m² ein vielfältiges Sortiment für alle Bereiche des Wohnens: Im großzügigen Eingangsbereich empfangen den Ladenbesucher ein buntgemischtes Papeterie-Sortiment mit Grußkarten, Blöcken oder Geschenkpapier, aber auch Porzellan- und Glas-Accessoires sowie verschiedene Geschenkartikel. Im Kassenbereich befinden sich Zotter-Schokoladen, Küchenzubehör von Arzberg oder Bodum, Servietten von Leitner und ein großes Kissenregal mit Produkten verschiedener Firmen, das ein zweites im hinteren Raum ergänzt. Bevor man diesen gerne zur Beratung genutzten Bereich betritt, trifft man auf eine farbenfrohe Auswahl an Spielwaren, z.B. Plüschtiere der dänischen Firma Maileg oder Bücher des Moses Verlags, sowie auf Mode von Marimekko. «Im Vordergrund stehen besondere Produkte im Sinne von Langlebigkeit, handwerklicher Herstellung, guter Nutzbarkeit und zeitloser Gestaltung», erklärt Andrea Weyhe, die sich für ihre Auswahl auf Reisen und Messen inspirieren lässt.

Im Einklang mit der Weltkulturerbestadt

Die bei raumkunst angebotenen Waren sind fast ausschließlich aus natürlichen Materialen hergestellt. So spielen Holz, Fasern, Glas und Porzellan eine wichtige Rolle. Als Basis für die Präsentation dienen hochwertige Regale oder Tische aus handwerklicher Fertigung, z.B. von Wasa oder Variér, die ebenfalls zum Verkauf angeboten werden.

Neben der Qualität der unterschiedlichen Produkte ist darüber hinaus das Verhältnis zu den nahezu 100 Herstellern und Lieferanten entscheidend: «Viele von ihnen kenne ich durch meine Arbeit als Architektin schon sehr lange und bei einigen Herstellern haben wir bereits die Produktion besichtigt», so Weyhe.

Meistens kauft sie gemeinsam mit ihren zwei Mitarbeiterinnen auf Messen wie der Ambiente, early bird, imm cologne, Paperworld, Tendence oder der Formland in Dänemark Produkte ein, die ihr persönlich gefallen und die es im nahen Umkreis eher selten gibt.

«Einige Kunden kommen sogar regelmäßig aus weiter entfernten Orten wie z.B. Braunschweig, Halle oder Berlin zu uns», sagt die Gründerin.

Ein nicht unbedeutender Faktor ist jedoch auch die Lage des Geschäftes am direkten Verbindungsweg zwischen Marktplatz, Rathaus und Schloss und der Stiftskirche im historischen Stadtkern. Denn bekannt für seine ca. 1200 historischen Fachwerkbauten sowie für hochkarätige, romanische Bauten und kulturelle Veranstaltungen ist Quedlinburg Wohn- und Lebensort für kulturinteressierte Menschen und Anziehungspunkt für Touristen zugleich.

Großes Augenmerk auf Serviceleistungen

Neben der Produktauswahl schätzen die Kunden an raumkunst auch den Service, der nicht nur die Lieferung ins Ausland oder das Verpacken von Geschenken umfasst. «Seit drei Jahren nehmen wir an der Initiative ,Servicequalität Deutschland‘ teil, um unser Unternehmen nachhaltig und kontinuierlich zu verbessern», erklärt Andrea Weyhe. Dazu muss das Team jährlich acht Maßnahmen formulieren, umsetzen und prüfen lassen. Die Mitarbeiter von raumkunst haben 2012 ein neues Warenwirtschaftssystem eingeführt, um Lieferzeiten und Lagerbestände zu optimieren. Ein weiteres Ziel ist z.B., eine angemessene Umkleide zu integrieren.

Weiterhin profitieren die Kunden aus nah und fern jedes Jahr von einem Event, der meistens im Herbst anlässlich des Firmengeburtstages stattfindet. «Dazu laden wir neben Kunden auch Hersteller ein, mit deren Unterstützung wir ein informatives Programm organisieren», so die Geschäftsführerin. Wurde 2011 ein Bettsystem vorgestellt, präsentiert raumkunst dieses Jahr neben einem Themenbuffet verschiedene Lichtkonzepte für ein stimmungsvolles Ambiente. Darüber hinaus beteiligt sich das Quedlinburger Fachgeschäft jedes Jahr mit einem Stand am Weihnachtsmarkt «Advent in den Höfen», der 2004 den ersten Anstoß für die Geschäftsgründung gab: «Unsere hochwertigen Textilien kamen so gut an, dass wir auch lange Zeit nach Weihnachten noch Anfragen erhielten. Um diese und weitere Produkte dauerhaft vor Ort präsentieren zu können, suchten wir nach einem passenden Gebäude und eröffneten schließlich raumkunst», erklärt Andrea Weyhe.

Seitdem hat sie den Laden immer wieder neu strukturiert und die Produktauswahl kontinuierlich erweitert. Für die Zukunft wünscht sie sich eine weitere visuelle Veränderung: «Ich würde gerne eine Wand tapezieren und eine große Farbübersicht unseres britischen Lieferanten Farrow & Ball integrieren», sagt die Architektin. Dies würde Kunden zum einen den direkten Farbüberblick geben und zum anderen die Möglichkeiten aufzeigen, wie sich Wände aus dem Mittelalter auch im 21. Jahrhundert noch glänzend präsentieren können.