08.05.26 – Interview mit Claudia Maurer, Director spoga+gafa
Wie die Leitmesse den Outdoor-Markt neu sortiert
Die spoga+gafa richtet sich neu aus: mehr Erlebnis, klarere Sortimente, stärkere Marktanbindung. Im Interview mit stil & markt erklärt Director Claudia Maurer, wie die Messe auf Konsumtrends und Branchenprobleme reagiert.
stil & markt: Mit dem Titel „growing forward“ betont die spoga+gafa die Weiterentwicklung in Schlüsselsegmenten wie Living. Welche neuen Impulse setzt die Messe im Bereich Dekoration und Möbel, und wie reagieren diese auf die aktuellen Konsumtrends und Bedürfnisse der Grünen Branche?
Claudia Maurer: Im Segment Living sehen wir eine klare Verschiebung hin zu ganzheitlich gedachten Outdoor-Lebensräumen. Möbel und Dekoration werden stärker emotional inszeniert und orientieren sich zunehmend an Interior-Konzepten. Die spoga+gafa greift diesen Trend auf, indem wir nicht nur Produkte zeigen, sondern konkrete Anwendungsszenarien und Stilwelten schaffen. Damit geben wir dem Handel Impulse, wie sich Sortimente stärker differenzieren und inszenieren lassen – gerade in einem zunehmend preissensiblen Markt.
stil & markt: Welche Schwerpunkte der Messe werden auch 2026 im Fokus stehen? Und welche neuen Themenwelten oder Trends wurden entwickelt, um die sich wandelnden Bedürfnisse der Branche und ihrer Akteure aufzugreifen?
Claudia Maurer: Die zentralen Säulen bleiben auch 2026 die Themenbereiche der spoga+gafa: Living, Creation&Care und BBQ. Diese Segmente bilden weiterhin das Fundament der Messe. Ergänzt werden sie durch neue Impulse wie „Outdoor Adventure“, das den Fokus auf den erweiterten Lebensraum im Garten oder auch auf das Abenteuer vor der eigenen Haustür legt. Der „Garden Sourcing Hub“ bietet asiatischen Ausstellern mit Volumenangeboten oder kostengünstigen Produkten einen eigenen Bereich und verbessert dadurch die Customer Journey und die Qualität der Besuchererfahrung. Auch mit dem „Digital Garden“ reagieren wir gezielt auf veränderte Nutzungs- und Konsumgewohnheiten.
stil & markt: Der „Branchenbericht Grillen 2026“ des IFH Köln und des Industrieverbandes Garten (IVG) e.V. zeigt, dass der Grillmarkt weiterhin unter Druck steht – insbesondere bedingt durch Marktsättigung, ein verhaltenes Konsumklima und gestiegene Lebenshaltungskosten. Wie unterstützt die spoga+gafa als internationale Leitmesse die Branche dabei, sich erfolgreich auf diese Herausforderungen einzustellen?
Claudia Maurer: Gerade in einem herausfordernden Marktumfeld ist Orientierung entscheidend. Die spoga+gafa bietet dafür eine zentrale Plattform, um die Branche auf mehreren Ebenen zu unterstützen: Erstens schaffen wir gezielt Raum für Innovationen und Differenzierung. Themen wie Nachhaltigkeit, Multifunktionalität, Design und neue Nutzungsszenarien im Outdoor-Bereich stehen bei uns im Fokus. Sie helfen Herstellern, sich vom Wettbewerb abzuheben und neue Kaufimpulse zu setzen. Zweitens fördern wir den internationalen Dialog. Durch die starke globale Ausrichtung der spoga+gafa eröffnen wir Zugang zu neuen Märkten und Zielgruppen – ein entscheidender Faktor, wenn einzelne Regionen konjunkturell schwächeln. Und nicht zuletzt stärken wir das Networking innerhalb der Branche. Gerade in Zeiten von Unsicherheit sind Partnerschaften, Kooperationen und ein offener Austausch wichtiger denn je.
stil & markt: Ab 2027 wird die spoga+gafa im September stattfinden, um eine stärkere Marktausrichtung und bessere Planungsgrundlagen für die Branche zu schaffen. Welche konkreten Vorteile sehen Sie für die BBQ- und Living-Segmente durch die Verlagerung des Termins, insbesondere im Hinblick auf Sortimentsplanung und Geschäftsanbahnungen.
Claudia Maurer: Der September liegt deutlich näher an den realen Geschäftszyklen des stationären Handels. Für Gartencenter, Baumärkte oder auch den Fachhandel bspw. der BBQ- und Living-Segmente bedeutet das, dass Sortimentsentscheidungen auf Basis einer abgeschlossenen Saison getroffen werden können. Das schafft eine höhere Planungssicherheit und ermöglicht konkretere Ordergespräche. Gleichzeitig bietet der Termin mehr Raum für strategische Themen, was die Messe insgesamt noch stärker als Business-Plattform positioniert.



