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25.01.14 – Fachgeschäft des Monats

Für das Kribbeln im Bauch

Dass Carmen und Thomas Krusekopf grüne Daumen haben, wird klar, wenn man schon vor ihren Geschäften von blühenden Blumen und schönen Kübelpflanzen begrüßt wird. Drinnen angekommen, sieht man, dass die beiden für noch viel mehr gut sind.

Für schöne Geschenkideen und innovative Verkaufswege beispielsweise. Wir haben sie in ihrem Stammhaus im sächsischen Hirschfelde besucht.

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Die Mischung macht‘s: Bei Hals-ueber-Krusekopf in Hirschfelde kann der Kunde nicht nur frische Blumen kaufen, sondern auch Geschenkartikel.

 
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Im November 2012 eröffneten die Krusekopfs ihr neu gestaltetes Geschäft nebst Verkaufsgewächshaus. Für den Entwurf zeichnete RiegerArchitektur in Dresden verantwortlich.

 
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Außergewöhnlich, beispielhaft, zukunftsweisend: Das sind nur drei von vielen Schlagworten, mit denen sich das Konzept von Hals-ueber-Krusekopf beschreiben lässt. Ein Konzept, das mit einem Mix aus Geschenkartikelhandel und Floristik erfolgreich ist - stationär wie auch online. Die Urzelle des Unternehmens liegt in Hirschfelde, einem Ortsteil der Stadt Zittau, direkt an den Grenzen zu Polen und Tschechien gelegen. Hier gründete Reinhold Hammer, der Urgroßvater von Thomas Krusekopf, 1896 seinen Gärtnereibetrieb - sozusagen die Mutterpflanze des heutigen Unternehmens.

Das besteht inzwischen aus dem im November 2012 eröffneten, 100 m2 großen Laden mit Verkaufsgewächshaus in Hirschfelde und zwei weiteren Geschäften in Zittau: Blumen am Rathaus und das mit 160 m² doppelt so große la fleur, das direkt in der Fußgängerzone der 25000 Einwohner-Stadt liegt und als kleiner Concept-Laden und «Aushängeschild» für die Touristen ausgelegt ist. In allen dreien sind insgesamt 16 Mitarbeiter beschäftigt.

Zuwachs für die Blumen

Die Krusekopfs, die seit Generationen in Hirschfelde ansässig sind, starteten, getreu der Familientradition, mit einem klassischen Floristengeschäft; bereits Mitte der 90er Jahre bekamen Rosen, Nelken und Alpenveilchen aber Gesellschaft in Form von Sortimentserweiterungen wie etwa den Körperpflege- und Duftprodukten von La Nature. Auch räder und Philippi sind Marken, die schon in dieser Übergangszeit wichtig waren. Der Bereich wuchs und wurde weiter ausgebaut.

Heute ist es so, dass er umsatzmäßig etwa gleichauf mit der Floristik liegt. Das Sortiment umfasst Marken wie la vida, Alessi, ASA Selection, Eva Solo oder iittala. Eine große Rolle spielen Gourmet- und Feinkost-Produkte wie Meybona-Schokolade, Celestial Seasonings-Tee oder Essig und Öl von Christian Hjort sowie Wellness- und Beauty-Angebote, wo z.B. Colony Raumdüfte oder Rauchkräuter zu finden sind. Ideen für die neuen Produkte holen sich der frühere Lehrer und die ehemalige Bankangestellte auf Messen: «Uns ist der direkte Kontakt zu den Herstellern sehr wichtig.»

Riecht gut, sieht gut aus

Die spezielle Hals-ueber-Krusekopf-Mischung kann der Kunde in Hirschfelde gleich schnuppern, wenn er über die Brücke aus gegossenem Beton, die sich nicht über Wasser, sondern über das Schotter- «Bachbett» schwingt, in den Laden tritt. Die Nase saugt den Duft von Blumen und Raumparfüms ein, für die Augen gibt‘s Farb- und Formvergnügen in Gestalt von Blüten und Produkten, für die Ohren wurde ein eigenes Shop-Radio in Auftrag gegeben. Damit die bunte Vielfalt nicht überladen wirkt, wird sie auf schlichten Möbeln wie Präsentationstischen aus hellem Holz oder weißen Regalen gezeigt, die als zurückhaltende Bühne für das Sortiment dienen.

Das Ladenkonzept stammt von räder, das Ehepaar Krusekopf hat es gemeinsam mit den in der Region angesiedelten Werkstätten Berndt um individuelle Komponenten wie z.B. in die Decke eingelassene Schienen ergänzt. An ihnen können beispielsweise die Weihnachtsklassiker Herrnhuter Sterne oder auch andere Lichtelemente befestigt werden. Die Hals-ueber-Krusekopf-Geschäfte bieten ihren Kunden ein sinnliches Einkaufserlebnis. Sie kommen auch aus den Nachbarländern (Prag z.B. ist nur 100 km entfernt), viele Touristen sind darunter, die im Zittauer Gebirge, Deutschlands kleinstem Mittelgebirge, wandern wollen, und sehr viele Stammkunden aus der Gegend. «Ein Problem ist allerdings», sagt Thomas Krusekopf, «dass uns hier ein Ballungsraum fehlt.»

Zweigleisig verkaufen

Das Problem haben die Krusekopfs 2004 selbst gelöst, indem sie sich neue Kundschaft mit einem Webshop erschlossen haben.

Mit ihm entstand auch der Name«Hals-ueber-Krusekopf». Das Ehepaar beauftragte eine Bayreuther Agentur, für den geplanten Shop einen Namen zu finden. Internet bedeutet schnell liefern, schnell bestellen, also sozusagen Hals über Kopf, brainstormte die Agentur. Bei den Auftraggebern und nicht nur bei ihnen kam das gut an: «Das Wortspiel Hals über Krusekopf ist mittlerweile ein geflügeltes Wort, unverwechselbar», freut sich der Namensgeber.

Der Online-Shop hat sich so gut entwickelt, dass mit ihm sogar etwas höhere Umsätze erzielt werden als mit den stationären Geschäften. Schnelle Lieferung, unkompliziertes Bezahlen und Angebote wie ein Verpackungsservice haben sicher dazu beigetragen. Konkurrenz macht er den stationären Krusekopf-Standorten aber nicht: «Im Internet erreichen wir eine ganz andere Käuferschicht», sagt der Inhaber. Es gibt Sortimente, die online besser laufen als stationär, z.B. die Produkte von Philippi. Stationär dagegen gehen z.B. Gourmet-Produkte besser. Im Online-Shop wiederum werden auch spezielle Angebote verkauft, wie etwa Weihnachtsgebäck vom örtlichen Bäcker.

Die beiden Verkaufsschienen ergänzen sich und runden sich gegenseitig ab: «Wir versuchen, beides mit gleicher Kraft zu machen. Ich würde beides auf keinen Fall mehr trennen wollen.» Thomas Krusekopf ist zweimal täglich in den Filialen vor Ort, beschäftigt sich aber hauptsächlich mit dem Online-Shop. Seine Frau managt den Floristik-Bereich. Geschenke und Blumen, online und stationär - die Mischung ist so unverwechselbar wie der Name. Damit bescheren die beiden ihren Kunden «das Kribbeln im Bauch».

Hals-ueber-Krusekopf, Hirschfelde

Eröffnet am 8. November 2012, entstanden aus einem 1896 gegründeten Gärtnereibetrieb.

Verkaufsfläche: 100 m².

Sortiment: Geschenke, Wohnaccessoires, Gourmet- und Feinkostprodukte, Wellness- und Beautyprodukte, Floristik.

Ladenbau: RiegerArchitektur, Dresden.

Ladenkonzept: räder und intern.

Besonderheit: Das Geschenk- und das Floristiksortiment befruchten sich gegenseitig; der Online-Shop trägt entscheidend zum Erfolg des Unternehmens bei.

Top-Ten-Lieferanten: Räder Wohnaccessoires, Philippi Design, Good old friends, Eva Solo, Feuer + Glas, Meisterbäckerei Rönsch, ASA Selection, Gourmet Berner, Wurm KG, La Nature.

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