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16.07.19 – Ein wahr gewordener Traum

Fachgeschäft des Monats: Tabula

Bei der Namenswahl ließ sich Händlerin Renate Ingber-Heimeroth zwar von den alten Römern inspieren, ihr Tabula ist aber alles andere als verstaubt.

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Ganz in ihrem Element: Tabula-Inhaberin Renate Ingber-Heimeroth. © stil & markt

 
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Einladendes Ambiente: Bei Tabula finden Kunden alles rund ums Wohnen, Kochen und Schenken – hochwertige Essige und Öle inklusive. © stil & markt

 
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Mainz-Hechtsheim, 13 Uhr: Bei Tabula in der Alten Mainzer Straße herrscht trotz verschlossener Tür emsiges Treiben. Inhaberin Renate Ingber-Heimeroth und ihre Mitarbeiterin Andrea Baum nutzen die zweistündige „Mittagspause“, um kleine Schokoladentafeln liebevoll zu verpacken. Eine Kundin hat sie zuvor gekauft, um sie zu verschenken, und will sie später noch abholen. „Sie sehen, es gibt immer etwas zu tun“, sagt die 58-Jährige lächelnd.

Seit über 18 Jahren betreibt sie nun schon ihr 110 m² großes Fachgeschäft im Mainzer Ortsbezirk Hechtsheim, in dem sie auch lebt. „Mit der Eröffnung im November 2001 habe ich mir einen Traum erfüllt. Nicht nur meinen Traum, sondern auch den meiner Mutter“, erzählt die Inhaberin, deren Familie auch einen Fachbetrieb für Heizung und Sanitär führt. „Meine Mutter wollte immer nicht nur Waschbeckenporzellan verkaufen, sondern auch solches für den gedeckten Tisch.“

Gelegenheit genutzt

Die Gelegenheit dazu ergab sich, als das Haus, in dem sich Tabula befindet, zum Verkauf stand. Renate Ingber-Heimeroth packte sie beim Schopf und steckte gemeinsam mit ihrer Familie viel Energie in die Renovierung des Gebäudes. „Anfangs führten wir nur Porzellan und Geschenkartikel“, erinnert sich Renate Ingber-Heimeroth. „Knapp die Hälfte der Verkaufsfläche entfiel auf Villeroy & Boch.“

Mit den Jahren erweiterte sie das Sortiment und modifizierte es, listete Firmen aus und nahm neue Lieferanten auf. Seit zehn Jahren führt sie auch Kochgeschirr und Küchenaccessoires, seit etwa fünf Jahren Essige und Öle zum Abfüllen – und zwar aus voller Überzeugung: „Ich koche selbst unheimlich gerne, und dabei kommt es ja auf gute Zutaten an“, so die Einzelhändlerin, für die der Beruf zugleich Berufung ist.

Zweites Geschäft in Groß-Gerau

So sehr, dass Renate Ingber-Heimeroth 2012 ein zweites, ebenfalls 110 m² großes Geschäft in Groß-Gerau eröffnete. Zur Liebe zu Branche und Beruf kam noch ein weiterer, ganz praktischer Grund dazu: „Ich wollte die Verpackungseinheiten halbieren. Die Hersteller machen es kleinen Händlern ja nicht unbedingt leicht.“

Während in Hechtsheim die Essige und Öle einen Schwerpunkt des Sortimentes bilden, sind es in der knapp 25 Kilometer entfernten Kreisstadt Produkte rund ums Backen und Einkochen. Auch sonst gibt es Unterschiede. Um das Geschäft in Groß-Gerau kümmert sich Tochter Laura, außerdem ist es, anders als der Laden in Mainz-Hechtsheim, durchgehend von 9.00 bis 18.30 Uhr geöffnet. „In einer Kreisstadt ist die Nachfrage einfach anders“, erläutert Renate Ingber-Heimeroth. Auch, was die Wahrnehmung betrifft. „Die Menschen nehmen Tabula dort als Fachgeschäft wahr. In Hechtsheim dagegen war es lange das ‚Lädchen‘. Zum Glück ist das gerade im Wandel.“

Auch wenn sich Renate Ingber-Eimeroth über Lieferanten ärgert, für die Gebietsschutz ein Fremdwort ist, und über Online-Shops, „die die Ware verramschen“ – ihren Traum vom eigenen Fachgeschäft verwirklicht zu haben, hat sie nicht bereut. „Ich bin wirklich zufrieden. Vor allem liebe ich die Produkte selbst.“ Sprach's und füllt noch ein Fläschchen Kokosöl für den Eigenbedarf ab, bevor sie wieder die Ladentür aufschließt.

Wie die Präsenz in den sozialen Netzwerken der Händlerin Neukunden einbringt und wie sie ihr Sortiment präsentiert, lesen Sie in der stil & markt 4/5.