29.09.26 – Branchenindex von IFH Köln und Messe Frankfurt

Die Druckfaktoren verschieben sich

Die zweite Erhebungswelle des Branchenindex von IFH Köln und Messe Frankfurt zeigt ein weitgehend stabiles, aber verhaltenes Stimmungsbild. Gleichzeitig rücken geopolitische Unsicherheiten, Kosten und Handelshemmnisse stärker in den Fokus.

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Der aktuelle Branchenindex von IFH Köln und Messe Frankfurt zeigt: Unternehmen werden zunehmend durch schwer zu beeinflussende, externe Belastungen und steigende Kosten gefordert. © Meisenbach GmbH/KI-generiert

 

Das globale Geschäftsklima bleibt im Branchenindex von IFH Köln und Messe Frankfurt nahezu unverändert. Der Indexwert liegt in der zweiten Erhebungswelle bei 100,4, nach 100,1 in der ersten. Grundlage sind weltweit 667 Befragte aus Industrie sowie Handel und Service, die im Juni und Juli 2026 teilgenommen haben.

Auffällig ist weniger der Gesamtwert als die Verschiebung der Belastungsfaktoren. In der Industrie nennen 84 % die globale Unsicherheit durch Kriege und Konflikte als zentrale Herausforderung. In der ersten Erhebungswelle lag dieser Anteil bei 52 %. Gleichzeitig gewinnen steigende Produktionskosten an Gewicht: Der Anteil steigt von 51 auf 66 %. Auch bei Handel & Service nimmt die Bedeutung globaler Unsicherheiten zu – von 46 auf 63 %.

Verschiedenen Hemmnisse

Regional zeigen sich Unterschiede: Asien liegt mit +4,2 Indexpunkten über dem Gesamtindex, Amerika mit +2,3 Punkten. Europa bleibt mit -1,2 Punkten darunter. „Die Wirtschaft befindet sich derzeit weniger in einer Erholung als unter dem Druck zur Neuorientierung“, sagt Dr. Ralf Deckers, Bereichsleiter Strategic Insights & Analytics am IFH Köln. Die Belastungen verlagerten sich von einer schwachen Nachfrage hin zu geopolitischen Unsicherheiten, steigenden Kosten und Handelshemmnissen.

Zölle und Handelsbeschränkungen bleiben ein zusätzlicher Druckpunkt. In Amerika geben 74 % der Unternehmen an, stark oder sehr stark betroffen zu sein. In Asien liegt der Wert bei 66 %, in Europa bei 42 %. Gleichzeitig fühlen sich viele Unternehmen weiterhin nur teilweise auf Veränderungen bei Zöllen und Importbeschränkungen vorbereitet.

KI-Nutzung trifft auf strukturelle Hürden

Als weiteres Thema benennt die Erhebung den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Genutzt wird KI laut Studie derzeit vor allem für Content-Erstellung und medienbezogene Anwendungen. Herausforderungen bei der Einführung liegen insbesondere in fehlendem Know-how und der Integration in bestehende Systeme; auch Budgetfragen, fehlende Ressourcen sowie Datenschutz- und Sicherheitsrisiken spielen eine Rolle.

Verhaltener Ausblick

Trotz der gestiegenen geopolitischen und wirtschaftlichen Belastungen blicken die Unternehmen nicht ausschließlich pessimistisch auf die kommenden Monate. Vor allem die Industrie zeigt sich mit Blick auf die weitere Entwicklung zuversichtlicher als Handel & Service. Auch die leichte Verbesserung der Umsatzentwicklung deutet auf erste Erholungstendenzen hin. Insgesamt bleiben die Erwartungen jedoch verhalten. „Unternehmen passen sich zunehmend an das volatile Umfeld an, doch von einem breit getragenen Aufschwung kann noch keine Rede sein“, so Dr. Ralf Deckers.